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WEF 2013 Sind die Banker regulierungsmüde?

Trotz Jahren der Krise und zahlreichen Skandalen bei Banken herrscht Uneinigkeit am WEF: Braucht es überhaupt noch mehr globale Regeln? Beobachter stellten bei den WEF-Teilnehmern eine gewisse «Regulierungs-Müdigkeit» fest.

JP-Morgan-Chef James Dimon (links) und Axel Weber, Verwaltungsratspräsident bei der UBS, diskutieren auf der Bühne.
Legende: JP-Morgan-Chef James Dimon (links) und Axel Weber, Verwaltungsratspräsident bei der UBS, diskutieren am Podiumsgespräch. keystone

Am Podiumsgespräch «Financial Context» debattierten Grössen aus der Finanzindustrie, aber auch des Internationalen Währungsfonds über die Regulierung im Bankensektor.

Die aktuellen Massnahmen könnten die längerfristigen Probleme nicht lösen, sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber. Er sei besorgt über die Zentralbanken, die seit einiger Zeit die Finanzmärkte mit einer gewaltigen Geldflut zu stabilisieren versuchten. «Die Notenbanken können Zeit kaufen, aber keine Probleme lösen.»

Die Zentralbanken hätten in der Krise absolut richtig gehandelt. Aber das könne in nächsten Jahren nicht so weitergehen. Die gewaltigen Schuldenberge in Europa und den USA müssten abgebaut werden. «Wir leben auf Kosten künftiger Generationen», sagte Weber.

«Banken sind noch zu wenig transparent»

Gewisse Banken hätten ihre Bilanz zurückgefahren – aber nicht alle, sagte der Vizedirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Min Zhu. Der Finanzsektor habe ein Volumen von 467 Billionen Dollar. Das sei ein Vielfaches der weltweiten Wirtschaftsleistung pro Jahr: «Das ist zu viel», kritisierte Min Zhu. Zudem seien die Banken noch zu wenig transparent und die strukturierten Produkte viel zu kompliziert.

Dem widersprach der Chef der US-Grossbank JP Morgan, Jamie Dimon. Er listete auf, was Banken alles offenlegen müssten, und zeigte mit dem Finger auf Hedge Funds: Diese seien viel undurchsichtiger.

SRF-Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger, die das Forum besucht hatte, war über den allgemeinen Tenor sehr erstaunt: «Man hat das Gefühl, es kommt schon gut, es hat sowieso schon zu viele Regulierungen. Lasst jetzt die Banken mal arbeiten.» Die Regierungen sollten sich raushalten.

Axel Lehmann, oberster Risikomanager beim Versicherungskonzern Zurich, erklärt sich dies mit einer veränderten Wahrnehmung. «Ich glaube, man sieht eine gewisse Müdigkeit. Seit fünf Jahren spricht man nur von strengeren und besseren Regulierungen.» Der Punkt sei, dass man sich überlegen müsse, wie diese Regulierungen zusammenspielten. «Wer hat eigentlich noch den Gesamtüberblick?», fragte der Risikomanager.

Aus seiner Sicht ist nun vor allem ein guter Dialog zwischen den Gesetzgebern und der Wirtschaftsbranche nötig. Dieser Dialog habe in der Vergangenheit zu wenig stattgefunden. «Das Klima war geprägt von Misstrauen», sagte Axel Lehmann. «Gegenseitiges Vertrauen ist nun eines der grossen Themen.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Es wird immer mehr Regulierungen und Eingriffe brauchen, um die Symptome zu behandeln, wenn nicht die Ursachen der Fehlentwicklungen angegangen werden. Dies sind der Boden als Geldanlage, die Geldschöpfung bei den Geschäftsbanken und die Garantie von mindestens 0% Zins für die Haltung von Liquidität. Letzteres erzwingt, dass sich investieren immer gemäss dem Zinseszinsprinzip lohnen muss, d.h. dass die investierten Vermögen zumindest nominell exponentiell wachsen können müssen.
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  • Kommentar von Fritz Frei, Buriram
    Wenn sie ihrer Verantwortung nachgekommen wären, bräuchten sie nicht "regulierungsmüde" zu sein. Das Misstrauen gegenüber der Finanzindustrie kommt daher, dass selbst die Akteure nicht erklären können, wieso sie die Risiken nie selbst im Griff hatten. Und damit noch viel weniger, wie sie diese in Zukunft verantwortlich managen wollen. Eine Banklizenz ist je länger je mehr mit einer Casino-Lizenz vergleichbar. Shareholder Value ist gleich Abzocke! Dazu muss kein Land Hand bieten.
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  • Kommentar von Roger Mettler, Effretikon
    Es sind die Privat-Banken, die am meisten Geld schöpfen und damit Blasen aufblasen, die dann und wann platzen. Sie vernichten so am meisten Geld und Werte, können dabei aber extrem profitieren: Im Krisenjahr 2008 waren die Boni der Wallstreet so hoch wie die in der Blase verbrannten Milliarden! Statt auf die Boni zu verzichten lassen sie sich mit Steuergeldern retten und zwingen mit ihren Zockerspielen die Nationalbanken dazu, Geld zu drucken, damit die Realwirtschaft nicht zusammenbricht.
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