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WEF 2013 Swiss-Chef will Lohnsystem verändern

Am WEF kündigt Harry Hohmeister an, das seiner Meinung «sehr fragliche» Senioritätsprinzip überprüfen zu wollen. Auch die Einstiegslöhne dürften bei der Schweizer Fluggesellschaft in Zukunft sinken.

Legende: Video Harry Hohmeister über Personalkosten abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.01.2013.

Harry Hohmeisters Ankündigung heisst seit Jahren: «Kosten optimieren». Das gehe immer, sagt er auch dieses Mal im WEF-Interview mit SRF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp.

Senioritätsprinzip «nicht besonders sinvoll»

Vor allem zielt er darauf, die Löhne neu zu organisieren. In erster Linie hält er das Senioritätsprinzip in seinem Unternehmen für «sehr fraglich». «Ich weiss heute schon, was ich in 27 Jahren verdiene», beschreibt er das Prinzip. «Das ist nicht besonders sinnvoll, wir sind ja nicht im Beamtenstadel.»

Auch die Einstiegslöhne bei der Swiss könnten in Zukunft sinken. «Möglicherweise sind die Angestellten in der Zukunft betroffen, zu anderen Gehältern zu arbeiten», konkretisiert Harry Hohmeister.

Unternehmen will Stellen streichen

Die aktuelle Nachricht des Unternehmens, dass die Swiss am Standort Basel 19 Stellen abbauen will, erwähnt Hohmeister nicht. In der Nachricht hiess es auch, zehn der gestrichenen Stellen in der Buchhaltung würden nach Polen verlagert. Dies geschehe im Rahmen eines umfangreichen Spar- und Optimierungsprogramms, das der Mutterkonzern Lufthansa aufgrund des schwierigen Marktumfeldes eingeleitet habe.

Gefangen zwischen steigenden Kosten und sinkenden Ticketpreisen

Geflogen wird immer mehr. «Die Nachfrage wird sich bis 2030 verdoppeln», sagt Harry Hohmeister. Dafür muss die Fluggesellschaft gerüstet sein. Denn eine grosse Nachfrage bedeutet in dieser Branche nicht bessere Geschäfte.

Swiss ist zwischen steigenden Kosten und sinkenden Ticketpreisen gefangen. Das hat sie mit allen europäischen Fluggesellschaften gemein – von denen mittlerweile die meisten rote Zahlen schreiben. «Wir machen immerhin noch Gewinn», betont Hohmeister.

Luftverkehr wird in Europa als Luxus bestraft

Die grösste Herausforderung seien aber die Strukturen im Luftverkehr in Europa, sagt der Swiss-Chef im Gespräch mit SRF. «Während in anderen Ländern der Welt der Luftverkehr als Standortfaktor gefördert wird, wird in Europa der Luftverkehr als gefühlter Luxusfaktor bestraft durch Steuern, Zuschläge und sehr teure Flughafengebühren», so Hohmeister. Hier müsse sich man sich mit der Politik zuammen eine Strategie überlegen. Wenn man den Flugverkehr in Europa langfristig halten wolle, brauche es ein anderes Geschäftssystem.

Legende: Video Harry Hohmeister: Das Interview in voller Länge abspielen. Laufzeit 10:42 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.01.2013.

Mühsamer Fluglärm-Streit

Im Interview äussert sich der Swiss-Chef auch zum Streit mit Deutschland um den Fluglärm. Sowohl die Muttergesellschaft Lufthansa als auch Swiss würden sich für eine Lösung engagieren. Dabei wird auch Kritik laut. «Dass im Moment die Landräte in Deutschland die Bundespolitik machen, halte ich für erstaunlich», so Hohmeister.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    keine neuen unnötigen Flugzeuge, Herr Hohmeistzer, dafür keine Abstriche beim Personal.
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Er hat absolut recht. Die Schweiz muss sich lohnmässig und auch bei den Grundlebenskosten der EU anpassen sonst werden wir überschwemmt von EU-Bürgern, welche bei uns viel mehr Sozialleistungen, höhere Löhne ohne Ausbildung usw. bekommen. Ich weiss nicht wieso unsere Politiker vom Volk gewählt so blauäugig in die Zukunft schreiten. Soll der Schweizer für diese Dummheit zahlen. In Zukunft sollte jede Person, welche in die Politik geht, ein Fähigkeitszeugnis ablegen. Macht, Gier sind unak...
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  • Kommentar von Thomas Bischofberger, Brugg
    Herr Hohmeister soll zuerst mal schauen, dass seine Mitarbeiter vertragsgemäss ihren Urlaub einreichen können und nicht zwei Wochen vor den Sommerferien immer noch nicht wissen ob sie gehen dürfen oder nicht. Und nein, ich arbeite nicht bei der Siwiss, sie müssen gar nicht nachschauen und nein es handelt sich hier auch nicht um einen Einzelfall. Als KMU hätte man schon längst das Messer am Hals aber bei too big to fail firmen läuft das halt auch in der Schweiz etwas anders..................
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