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WEF 2014 «Die Schwellenländer sind in einer schwierigen Phase»

Das WEF befasst sich jedes Jahr auch mit dem Zustand der Weltwirtschaft. Und da haben sich die Gewichte in den vergangenen Jahren verschoben: Einstige Wachstumslokomotiven wie Brasilien oder China haben an Schwung verloren. Dafür geht es einigen Staaten besser, die von der Krise gebeutelt wurden.

Nariman Behravesh kommt seit Jahren nach Davos, um Kunden zu treffen – aber nicht nur. Das WEF dient dem US-Chefökonom stets auch als Gradmesser der Weltwirtschaft. «Dieses Jahr schauen die USA und einige europäische Länder wieder optimistischer in die Zukunft, im Gegensatz zu den Schwellenländern, deren Aussichten etwas weniger gut sind», sagt Behravesh.

Vor allem die so genannten Old Economies, die klassischen Industrienationen hätten das Schlimmste inzwischen überstanden, ist der Ökonom überzeugt. «Viele Länder mussten sich neu anpassen, die bittere Medizin ist nun geschluckt.» Deshalb könnten diese Länder wieder optimistischer in die Zukunft schauen.

Die Schwellenländer herausgefordert

Schwierig bleibt die Lage allerdings für die Schwellenländer, Brasilien, Russland oder China beispielsweise. Die Wirtschaft in diesen Ländern ist jüngst nicht mehr so stark gewachsen wie in den 2000er-Jahren. Für Behravesh gibt es dafür mehrere Gründe.

«In der Boomphase sind die Kredite in diesen Ländern stark gewachsen. Rohstoffe waren weltweit gefragt und die Hyperglobalisierung erlebte einen Höhepunkt.» Doch diese drei Wachstumsmotoren seien nun ins Stocken geraten. Das bringe die Schwellenländer in diese schwierige Phase.

Steuern und Gebühren machen das Produzieren in Brasilien teuer.
Autor: Nariman BehraveshChefökonom der US-Beratungsgesellschaft IHS

Besonders ausgeprägt zeigt sich das bei Brasilien. «Das Land führt die Liste der Verlierer an», so Behravesh. Brasilien hatte im vergangenen dritten Quartal gar ein negatives Wachstum. Russlands Wirtschaft war ebenfalls schwach und auch Indien und China hatten schon ein grösseres Wachstum gehabt.

Gerade mit Blick auf Brasilien erhofft sich der amerikanische Ökonom von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff hier in Davos Antworten. Behravesh wünscht sich von Rousseff, dass sie in Davos erklärt, wie die inzwischen hohen Produktionskosten reduziert werden können. «Steuern und Gebühren machen das Produzieren in Brasilien teuer.» Und erst wenn die Kosten sinken würden, komme Brasilien wieder zurück auf die Wachstumsstrasse.

Nariman Behravesh
Legende: srf

Nariman Behravesh ist berühmt für seine Vorhersagen und Analysen die Weltwirtschaft betreffend. Der Chefökonom der US-Beratungsgesellschaft IHS tritt regemässig bei den TV-Sendern NBS, CNN und Bloomberg TV auf.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Der erste Fehler ist es, das Wirtschaftswachstum anzubeten wie ein goldenes Kalb. Der zweite folgt zugleich: Das Wirtschaftswachstum kann nicht unendlich so weitergehen. Die klugen Köpfe von Wirtschaft und Politik sollten sich langsam über alternative Strukturen Gedanken machen. Eine Wirtschaft sollte den Menschen nützen, anstatt sie auszubeuten. China und andere Schwellenländer bekommen jetzt die Quittung für die Umweltsünden und, die Mädchenabtreibungen, die Ausbeutung der Wanderarbeiter, etc.
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