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WEF 2014 «Mehr Selbstbewusstsein würde der Schweiz gut tun»

Das Bankgeheimnis gehört der Vergangenheit an. Leidet die Schweizer Wirtschaft darunter? Keineswegs, sind Wirtschaftsgrössen an der Podiumsveranstaltung zur Schweiz am Weltwirtschaftsforum überzeugt. Doch man könnte dazulernen, ist Swiss-CEO Harry Hofmeister überzeugt.

Von links: Didier Burkhalter, Harry Hohmeister, Boris Collardi, Andrea Bleicher, Felix R. Ehrat, Jean-Claude Biver
Legende: Keine Spur von Pessimismus: Der Schweiz gehe es ausgezeichnet, sind die Podiumsteilnehmer überzeugt. Keystone

Der deutsche CEO der Swiss, Harry Hohmeister, war der einzige Nicht-Schweizer an der Veranstaltung zur Zukunft der Schweiz am Weltwirtschaftsforum in Davos.

Harry Hohmeister auf dem Podium
Legende: Die Schweiz soll gegen aussen mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen, sagt Swiss-Chef Harry Hohmeister. Keystone

Nebst viel Lob erlaubte er sich auch Kritik: «Es wäre viel besser, wenn die Schweiz nach aussen vielleicht mit ein bisschen mehr Selbstbewusstsein auftreten würde. Für mich ist es nicht eine Frage der Nationalität, sondern des nationalen Selbstbewusstseins.»

Boris Collardi, Chef der Bank Julius Bär, pflichtete Hohmeister bei. «Wir müssen unsere Stimme manchmal auch lauter werden lassen. Das ist vielleicht nicht gerade in unserer Persönlichkeit. Aber ab und zu sollte man sagen, wenn man nicht einverstanden ist, und nicht sofort Kompromisse eingehen.»

Banken glänzen auch ohne Geheimnisse

Auf die Anregungen ging Aussenminister Didier Burkhalter – ebenfalls Podiumsteilnehmer – nicht ein. Er pries stattdessen lieber die hiesigen Institutionen: «Man muss nicht sagen, es sei gewonnen für alle Jahre. Aber unsere Institutionen sind so stark, dass ich sehr optimistisch bin für alle Sektoren der Wirtschaft und auch für alle Leute in unserem Land.»

Auch um den Verlust des Bankgeheimnisses machen sich die Wirtschaftsgrössen keine Sorgen. «Ich glaube, wir müssen auf eine Position der Stärke nach vorne schauen, und nicht einfach denken, ohne Bankgeheimnis wird nichts funktionieren, denn das stimmt überhaupt nicht», sagte Bär-Chef Collardi.

Jean-Claude Biver, ein führender Kopf der Schweizer Uhrenindustrie, pflichtete bei: «Man muss nur einmal mit anderen Banken gearbeitet haben, um festzustellen, wie gut die Schweizer Banken in der Organisation sind.» Die Schweizer hätte 100 Jahren Erfahrung, das sei ein Metier.

Auch sonst gab es viel Lob für die Schweiz. Sie sei innovativ, kreativ, widerstandsfähig und fleissig, lautete der Tenor am WEF.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Warum ging Burkhalter nicht auf die wohlmeinenden und berechtigten Anregungen Hofmeisters und Collardi ein? Es scheint, als liesse er sich nicht gerne dreinreden und dass es sein Stolz nicht zulässt und auch nicht seine Absicht ist, Ratschläge betreffend notwendiges Verhalten der Schweiz gegenüber dem Ausland von anderen anzunehmen und stattdessen durch Lobreden an die Wirtschaft vom (ungeliebten)Thema abwich.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    «Mehr Selbstbewusstsein würde der Schweiz gut tun.» Sehr richtig, Herr Harry Hohmeister - vorallem den Vertretern des autokratischen, korrupten, kaputten, ineffizienten, kläglich gescheiterten 'Frieden- und Wohlstand'-Projekts EUdSSR gegenüber. Die Kuscherei unseres Bundesrats vor diesen unseligen Totengräbern der Demokratie und Erzfeinden eines freien, pluralistischen Europas der Nationalstaaten, verursacht massiven Kollektiv-Brechreiz.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das Europa der Nationalstaaten führte zum I. und II. Weltkrieg und auch auf dem Rest der Welt bekriegen sich Nationalstaaten untereinander.
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      A.P./Wie recht Sie haben.Damals schossen sie auch noch mit Kanonen aus allen Rohren.Es gab auch noch keine Shopping-Center und TV-Apparate.Benzin,das angeblich den Charakter verderben soll,floss auch noch nicht so reichlich.Dafür intrigierte auch damals schon eine dekadente "Oberschicht"(Adel,Kirche)um die Wette,bekam den Hals nicht voll von wegen Geld und Macht.Auch damals funktionierte der Slogan"teile und herrsche".Hauptsache Entwicklungen in Richtung Demokratie torpedieren.Genau wie Heute.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Das Selbstbewustsein haben wir schon, leider fehlt es deshalb wohl beim Parlament und Bundesrat.....
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