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WEF 2014 Wucherpreise für eine Bleibe am WEF – das soll gestoppt werden

Während des WEF werden immer wieder Wohnungen zu horrenden Preisen vermietet, 20'000 Franken sollen einige verlangen. Nun will das WEF die Preistreiberei eindämmen – mit einer weissen Liste.

Legende: Video Umstrittene Abzockerliste am WEF in Davos abspielen. Laufzeit 4:38 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.01.2014.

Davos wird diese Woche wieder von Wirtschafts- und Politgrössen aus aller Welt in Beschlag genommen. Die Alpenstadt wächst während des WEF um mehrere Tausend Menschen. Entsprechend voll sind die Hotels und Ferienwohnungen. Die hohe Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten treibt die Preise seit Jahren nach oben. Einzelne Private verdienen sich mit der Vermietung Ihrer Unterkünfte eine goldene Nase. Wohnungen für 20‘000 Franken werden während des WEF vermietet.

Das WEF will solchen Auswüchsen nun einen Riegel schieben, mit einer weissen Liste. Sie heisst «Spirit of Davos Partners». Hotels und Gastronomiebetrieben sollen sich darauf eintragen und sich damit zu vernünftigen Preisen bekennen. 34 Betriebe haben sich eingetragen, heisst es vom WEF gegenüber «Schweiz aktuell».

Raum im Hotel Intercontintental
Legende: Glücklich, wer in einem Hotel ein Zimmer hat. Wer noch im letzten Augenblick eine Bleibe will, für den wirds teuer. Keystone

Gegen Schwarze Schafe

«Es ist eine Massnahme gegen die Abzockerei am WEF, die uns sinnvoll erscheint», sagt Nuot Lietha vom Tourismusverein Davos Klosters, der die Aktion unterstützt. Von einer schwarzen Liste hält er nichts: «Wir wollen niemanden an den Pranger stellen».

Auch der Verein Hotel Gastro Davos äussert sich positiv zur Nicht-Abzockerliste. Präsident Toni Morosani erhofft sich, dass die Massnahme «schwarze Schafe» zum Umdenken zwingt, «indem solche, die sich nicht in die Liste eintragen, «geschnitten» werden».

Unnötige Marktregulierung?

Gegen eine solche weisse Liste ist der Davoser Immobilien-Vermittler Christian Markutt. Er vermietet während des WEF rund 100 Wohnungen im Auftrag der Besitzer. «Nachfrage und Angebot sollen den Markt regeln. Es braucht keine Marktregulierung durch eine Liste».

Markutt vermietet während des WEF Wohnungen für über 10‘000 Franken. Die Wohnungen seien jedoch nicht überteuert, WEF-Gäste seien sehr anspruchsvoll, und zahlreiche Sonderwünsche seien im Preis mit dabei. «Ich schaufelte kürzlich bei einer Wohnung eigenhändig noch den Parkplatz frei». Eine weisse Liste führe nicht zu einer Qualitätsverbesserung, meint Markutt weiter. «Wir wollen für unsere Stammgäste flexibel bleiben».

Kritisierte Davoser Gastfreundschaft

WEF-Gründer Klaus Schwab präzisiert in «Schweiz aktuell» seine kürzlich geäusserten Vorwürfe zur Gastfreundschaft einzelner Davoser: «Ich kritisiere einzelne schwarze Schafe, die Mühe mit Fremden haben».

Auslöser war ein persönliches Erlebnis Schwabs in Davos. Seine Frau und er seien zweimal grob beschimpft worden, als sie im Parkverbot hielten. Hotel Gastro Davos-Präsident Toni Morosani hat Verständnis für die Kritik Schwabs: «Einzelne Davoser haben noch nicht verstanden, dass Davos vom Tourismus abhängig ist».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, ZH
    Die Besucher des WEF sind mutmasslich die üblichen Verdächtigen, deren Namen man mehrheitlich in der Presse in Zusammenhang mit Boni- und Lohnexzessen liest. Es ist nichts als gerecht, wenn die Davoser nun bei den Mietpreisen kräftig zulangen! Ich hoffe, dass dies auch Autovermietungen, Helikopterunternehmen oder andere Dienstleister ebenfalls kräftig tun, denn diese Leute verdienen nichts anderes, als über den Tisch gezogen zu werden! Sie tun es mit uns selbt jeden Tag!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Auf der einen Seite wird die Globalisierung und Liberalisierung glorifiziert, auf der andern Seite soll man bei den Vermietern wegen zu hohen Mieten Planwirtschaft einführen, es ist eigentlich ähnlich wie beim Sprichwort vom Wasser predigen und Wein trinken.
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  • Kommentar von Max Hug, Luzern
    Richtig! Ich würde diese Abzocker auch abzocken.
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