WEF-Studie: Auch Chefs fürchten sich vor ungleichen Löhnen

Eine neue Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) kommt zum Schluss: Ungleiche Einkommen, steigende Arbeitslosigkeit und zunehmender Nationalismus sind die grössten Sorgen unserer Führungskräfte. Und das Fehlen von Führung.

Einige Leute an einem Konferenztisch, einer steht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viele der 1800 Experten beklagen sich über nationalistische Rhetorik und geopolitische Machtkämpfe. Colourbox

Die ungleiche Einkommensverteilung und die steigende Arbeitslosigkeit sind die grossen Herausforderungen im nächsten Jahr. Doch auch ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen zählen gemäss dem Weltwirtschaftsforum (WEF) zu den grössten Sorgen für die Weltgemeinschaft.

Der zunehmende geostrategische Wettbewerb (Platz 4) oder auch der zunehmende Nationalismus (Platz 8) werden in einer Studie als weitere Entwicklungstrends genannt.

Das WEF hat in der Studie «Outlook on the Global Agenda 2015» jene Themen definiert, welche die Führungskräfte in den nächsten Monaten am meisten beschäftigen werden. Befragt wurden weltweit 1800 Experten. Sie stammen aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, aber auch aus Forschung, öffentlichen Institutionen, Verwaltungen und internationalen Organisationen.

Zusammenarbeiten statt nationalistische Polemik

Die Befragten nannten an dritter Stelle den Mangel an Führung als Problem, mit dem sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten konfrontiert seien. Der Führungsmangel war in der Studie im Vorjahr noch auf Platz 7.

Die globale Führungskrise ist gemäss WEF nur gemeinsam lösbar. Wichtig wären in diesem Zusammenhang Innovation und Zusammenarbeit, und nicht Isolation, nationalistische Rhetorik und geopolitische Machtkämpfe.

Auch ein wichtiger Punkt für die Führungskräfte ist die zunehmende Bedeutung der Gesundheit in der Wirtschaft. Diese sei ein Anzeichen für die symbiotische Verbindung zwischen dieser und einer gesunden Bevölkerung. Das WEF appelliert, diese Trends nicht nur als Herausforderungen, sondern auch als Chancen zu sehen.

Das brennt den Führungskräften unter den Nägeln

1.

Ungleiche
Einkommensverteilung

2.

Steigende
Arbeitslosigkeit

3.

Mangel
an Führung

4.

Geostrategischer
Wettbewerb

5.



Schwächung
der repräsentativen Demokratie

6.

Umweltverschmutzung
in den Entwicklungsländern
7.

Unwetter
8.

Zunehmender
Nationalismus
9.

Wasserknappheit
10.

Bedeutung
der Gesundheit für die Wirtschaft

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Donatella will ans WEF

    Aus Giacobbo Müller vom 26.1.2014

  • Nur ein Sechstel der WEF-Teilnehmer sind Frauen

    Aus Tagesschau vom 24.1.2014

    Das WEF scheint ein Frauenproblem zu haben. In diesem Jahr sind auf 2200 Männer nur gerade mal 400 Frauen in Davos. Dabei wäre die Meinung der Frauen besonders gefragt. Heute ging es um die Frage, wie die Vertretung der Frauen verstärkt werden könnte.

  • Jüngster Luxushotelier am WEF

    Aus Schweiz aktuell vom 24.1.2014

    Der 29jährige Bardhyl Coli führt das Waldhotel Davos: Während des WEF eine besondere Herausforderung. Die Spezialwünsche der hochrangigen Gäste bringen ihn zum Schwitzen. Die Reportage über einen ehrgeizigen Hotelchef, der nicht nur delegiert, sondern selber mitanpackt.