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Wirtschaft Wie viel Schweiz steckt in Nestlé?

Nestlé feiert heute in Vevey offiziell den 150. Geburtstag. Da stellt sich die Frage, wie schweizerisch der grösste Nahrungsmittelkonzern der Welt noch ist, der 1866 vom deutschen Apotheker Henri Nestlé gegründet wurde. Auf die Standortvorteile in der Schweiz will Nestlé jedenfalls nicht verzichten.

Legende: Video Die Geschichte von Nestlé abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.06.2016.

Der Chef von Nestlé ist ein Belgier. Die Umgangssprache ist Englisch. Das Geschäft global. Trotzdem sieht sich Nestlé auch 150 Jahre nach der Gründung noch als Schweizer Konzern. Und investiert hier hunderte Millionen Franken, zuletzt in eine neue Kaffeekapselfabrik in der Westschweiz.

Den langjährigen Nestlé-Beobachter Andreas von Arx vom Finanzdienstleister Helvea erstaunt die Standorttreue nicht: «Das rechtliche Umfeld ist für ein internationales Unternehmen wie Nestlé sehr attraktiv.» Die Schweiz sei sehr stabil und weise eine hohe Rechtssicherheit auf.

Auch bei der Rekrutierung von Mitarbeitenden sei ein Hauptsitz in der Schweiz sicher von Vorteil, sagt von Arx, von den steuerlichen Vorteilen ganz zu schweigen.

Dennoch ist Nestlé inzwischen ein internationaler Konzern. Nur noch drei Prozent der insgesamt 335'000 Mitarbeitenden sind in der Schweiz beschäftigt. Und gerade einmal zwei Prozent des Umsatzes von gut 90 Milliarden Franken werden hier erzielt.

Konservative Konzernpolitik

Auch die Mehrzahl der Investoren sind Ausländer, vor allem Amerikaner. Die meisten Nestlé-Aktien hält mit knapp vier Prozent der US-Hedgefonds Blackrock. Da ist es fast schon erstaunlich, dass die Konzernpolitik eher schweizerisch-konservativ geprägt ist. «Im internationalen Vergleich wird das Unternehmen als vorsichtig angesehen», sagt von Arx.

Nestlé habe inzwischen eine Grösse erreicht, bei der einzelne Aktionäre kaum mehr grossen Einfluss nehmen könnten. Die Strategie bestimme der Verwaltungsrat. Dieser wird seit knapp zwei Jahrzehnten vom Österreicher Peter Brabeck dominiert.

Was Nestlé antreibt

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Mit Kindermehl als Babynahrung ist der Nestlé-Konzern gross geworden. Dessen Erfinder wurde vor 200 Jahren in Deutschland geboren. Heute ist Nestlé auf dem Weg zum Gesundheits- und Lifestyle-Unternehmen. Mehr.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Roth (Werner Roth)
    Wenn jemand sämtliche Produckte von Nestle meidet muss beinahe in den Hungerstreick treten, denn es gibt nicht mehr viel wo Nestle nicht die Finger drinn hat, man kann auch bei Migros und Coop einkaufen, aber die werden auch von Nestle beliefert und Gemüse und Fleisch kommt zu vielen Teilen auch aus dem Ausland
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Sorry, aber man muss sich halt ein bisschen Bemühen! Klar wenn man auf Fertigprodukte greift und die Örtlichen Bauern nicht unterstützt, ja dann kann es allerdings Schwierig sein!
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Ich achte sehr darauf das ich von dieser Firma nichts kaufen. Auf diese Firma kan man Ruhig verzichten, auch auf Ihre Steuergeld, denn daran ist viel, zu viel Blut!
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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Ich habe selber einige Jahre am Hauptsitz einer sog. "Schweizer Firma" (Global Player) gearbeitet. Ausser dem Arbeitsort ist da gar nichts schweizerisch, vor allem nicht das Management, welches sich für die Schweiz als solches rein gar nicht interessiert. Der einzige Grund ist ganz einfach: gut ausgebildete Fachkräfte, liberale Arbeitsgesetze (keine Streiks), angenehmes Land für die Manager (Schulen, Kultur, etc.) und das aller wichtigste: die Steuern !
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