Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Wirtschaft Wo steht der neue CS-Chef im Lohnvergleich?

Erstmals ist die Lohnsumme des neuen CEO der Credit Suisse bekannt: Für sechs Monate Arbeit erhält er 4,6 Millionen Franken. Wegen verlorener Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber zahlt ihm die CS insgesamt aber noch ein Vielfaches drauf.

Bild von Tidjane Thiam
Legende: Thiam erhält insgesamt Kompensationszahlungen von 14,3 Millionen Franken. Keystone

Die Grossbank Credit Suisse hat ihren Geschäftsbericht veröffentlicht. Und der enthält einige interessante Neuigkeiten: So ist erstmals der Lohn bekannt, den der neue CEO bezieht. Tidjane Thiam hat sich, wie angekündigt, seinen Lohn gekürzt. Gemäss dem Vergütungsbericht beträgt er noch 4,6 Millionen Franken.

Sein Vorgänger Brady Dougan hatte rund zehn Millionen Franken erhalten. Allerdings trat Thiam seine neue Stelle erst im Juli an. «Wenn man diesen Lohn auf zwölf Monate hochrechnet, bewegt er sich ungefähr in der gleichen Dimension wie der seines Vorgängers», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann. Die 4,6 Millionen bekomme Thiam dafür, was er auf seinem neuen Posten in Angriff genommen habe, nämlich einen Total-Umbau des Konzerns.

Die CS bezeichnet die zusätzlichen gut 14 Millionen Franken als Kompensationszahlung für verlorene Boni.
Autor: Jan BaumannSRF-Wirtschaftsredaktor

Doch der neue CEO wird mehr Geld ausbezahlt bekommen als offiziell als Vergütung ausgewiesen ist. Zusätzlich zu den 4,6 Millionen erhält er noch gut 14 Millionen Franken in Aktien. «Die CS bezeichnet sie als Kompensationszahlung für verlorene Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber Prudential, weil Thiam dort auf gewisse Zahlungen verzichtete», sagt Baumann.

Minder-Initiative wirkt nicht

Solche Ersatzzahlungen sind umstritten. «Eigentlich sollte mit der Minder-Initiative dieser Praxis ein Riegel geschoben werden», so Baumann. Doch seien im Verfassungstext und auch in der ausführenden Verordnung solche Zahlungen nach heutigem Stand nach wie vor zulässig. Rechtlich gesehen sei es also in Ordnung, aber für das Image nicht gerade förderlich.

Verglichen mit dem, was derzeit die Chefs in der Pharmabranche einstreichen, ist Thiams Lohn nicht aussergewöhnlich hoch.
Autor: Jan BaumannSRF-Wirtschaftsredaktor

Verglichen mit dem, was derzeit die Chefs in der Pharmabranche und bei der CS-Konkurrenz einstreichen, sei Thiams Lohn nicht aussergewöhnlich hoch, sagt Baumann. UBS-Chef Sergio Ermotti etwa habe für das letzte Jahr über 14 Millionen erhalten – deutlich mehr als im Jahr davor.

Im aktuellen Vergütungsbericht habe Thiam von sich aus beantragt, die variable Vergütung, also seinen Bonus, um 40 Prozent zu kürzen. Dieser Anteil beträgt knapp drei Millionen Franken. Zusammen mit dem Fixlohn von 1,7 Millionen Franken beläuft sich sein Lohn also auf die 4,6 Millionen Franken für sechs Monate Arbeit.

Audio
14,3 Millionen Franken, damit Thiam den CS-Posten überhaupt angenommen hat
01:25 min, aus HeuteMorgen vom 24.03.2016.
abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.

Weniger Gehalt für VR-Präsident Rohner

Die Credit Suisse hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 2,9 Milliarden Franken abgeschlossen. Grund dafür ist vor allem eine Wertberichtigung auf einer Akquisition aus dem Jahr 2000.

Die 17 Geschäftsleitungsmitglieder erhielten zusammen 64,2 Millionen Franken, die Ersatzzahlungen für entgangene Boni beim Ex-Arbeitgeber für Thiam und ein weiteres Mitglied eingerechnet sind es 80,4 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die Geschäftsleitung – damals aber noch 11-köpfig – 64,1 Millionen Franken erhalten.

Urs Rohner erhielt bei der Credit Suisse für sein Amt als Verwaltungsratspräsident im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 3,6 Millionen Franken gewesen. Entgegen der Spekulationen über einen möglichen Rücktritt stellt sich Rohner zur Wiederwahl.

Weitere SMI-Konzerne mit Top-CEO-Vergütungen

Weitere SMI-Konzerne mit Top-CEO-Vergütungen
Konzern
Jahresgehalt 2015 in Mio. Franken
UBS14,0
Richemont13,5/11,1 (zwei CEOs)
Roche11,4
Novartis11,3
Nestlé
9,0
Durchschnitt7,9
Quelle: hkp/// group

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

46 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von U.E. Romer  (romeru)
    Minders Uebung mit der Abzocker-Initiative war eine Null-Nummer. Es wird abgezockt wie eh und je. Der CS-Chef hat es immerhin fertiggebracht den Aktienkurs innerhalb von ein paar Monaten von 28.- Franken auf Ramschniveau von 13.- zu reduzieren. Dafür bedient sich der Chef kräftig aus dem Tresor. Im Notfall hilft ja der Staat.
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      U.E. Die Initiative war keine Nullnummer die Nullnummer ist unsere Regierung die den Volksentscheid nicht umsetzt.Die Abzocker halten zusammen.
  • Kommentar von Niklaus Bächler  (parteilos!!)
    Und da wollte ein Schaffhauser Politiker namens Minder mit seiner lächerlichen Abzockerinitiative erreichen, dass sich etwas ändert. Wenn das Volk meint, es könne sich in die Lohnstrukturen einmischen, zeigt uns die Wirtschaft, dass sie sich von Populisten nichts vorschreiben lässt. Fazit: Die Abzockerinitiative war nicht mehr als heisse Luft!
    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      Falsches Fazit Niklaus Bächler. An der Umsetzung liegt es, wie übrigens auch in vielen anderen Fällen. Das wird sich wohl erst ändern, wenn alle Wirtschafts- und EU-Hörigen zu Bern dereinst zum Teufel gejagt worden sind.
    2. Antwort von Niklaus Bächler  (parteilos!!)
      Auch sie zaubern mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.Wann wollen sie begreifen dass die Welt nicht so funktioniert, wie sie sich dies in ihrer Welt in Stein am Rhein anfühlt? Sie sehen ja, wie diese irrwitzigen «Volchs-Vorstösse» wirken... aber eben, träumen dürfen sie, das nimmt ihnen niemand!
    3. Antwort von robert mathis  (veritas)
      N.Bächler grosse Töne spucken und kritisieren kann Jeder aber Lösungen bringen ist schon schwerer was hätten Sie für eine gute Idee gegen die Abzocker? Fazit : Nicht mehr als heisse Luft!
    4. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      N. Bächler, wenn ich Ihren Kommentar lese, scheint es mir, als ob Sie die Abzocker unterstützten. Stimmt's?
  • Kommentar von Aldo brändli  (aldo)
    Das sind doch Kleinigkeiten, wenn man das Einkommen von Federer und einigen Fussballern betrachtet.
    1. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Mit dem riesigen Unterschied, dass Sportler tatsächlich nur dann viel verdienen, wenn sie auch ausgesprochen talentiert und vor allem - erfolgreich - sind.
    2. Antwort von Robin B.  (Geissepeter)
      Immer dihe Neider mit eurem Sportler-bashing. Erstens ist das masslos übertrieben, RF ist glaube ich bei ca 85 Mio Preisgeld in der GESAMTEN KARRIERE. Zweitens, wer bitteschön soll denn die Gelder von TV Einnahmen, Zuschauern, etc erhalten wenn nicht die Sportler. Etwa die Verbände? Wenn jemand einen Millionenlohn verdient, dann wohl diese Sporthelden.
    3. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Stimmt, einige Promis sind diesbezüglich auch nicht besser... ;-)