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14.11.20194292 Ansichtenverfügbar bis 13.01.2020

1918: Die Konfrontation um den Landesstreik

1918, die Postkartenidylle der schönen, sauberen Schweiz trügt. Das inzwischen stark industrialisierte Land steht am Rande eines Bürgerkriegs. Unter der Arbeiterschaft herrscht grosse Not. Linke Parteien fordern die Niederlegung der Arbeit. Die Elite ist ausser sich und mobilisiert die Armee.

Im Jahr 1918 stand die Schweiz am Rande eines Bürgerkriegs. Die hohe Teuerung, tiefe Löhne, Lebensmittelknappheit prägen das Land. Durch den Ersten Weltkrieg gerät die Arbeiterschaft in bittere Not. Die Löhne halten mit der rasanten Teuerung nicht mit. Der herrschende Bürgerblock zeigt wenig Bereitschaft, der unheilvollen Situation entgegen zu wirken. Im September 1918 ist das politische Klima am Tiefpunkt angelangt. In Zürich treten die Bankangestellten in den Streik. Auf Drängen von Ulrich Wille, dem General der Schweizer Armee, bietet der Bundesrat Truppen auf. Eine politische Lösung scheint unerreichbar. Am 12. November ruft das «Oltener Aktionskomitee» zum Landesstreik auf. 250'000 Arbeitnehmende und Angestellte legen ihre Arbeit nieder. Die Züge fahren nicht mehr, die Lieferwege zu den Fabriken sind unterbrochen. Der Nationalrat tritt zur Sonderdebatte zusammen. Aus bürgerlicher Sicht ist der Generalstreik ein Verbrechen dem Einhalt geboten werden muss. Die wenigen Linken im Rat sehen das eigentliche Verbrechen darin, dass mit der Armee auf Arbeitnehmende losgegangen wird. Die Zeichen stehen auf Sturm. Ein Dialog ist nicht mehr möglich. Das «Oltener Aktionskomitee» befürchtet, dass der Streik durch die Armee niedergeschlagen wird. Dies wollen die Arbeiterführer nicht riskieren. Sie brechen den Streik am dritten Tag ab. Frédéric Hausammann zeigt in seinem Dokumentarfilm auf, wie es überhaupt zur Verarmung der arbeitenden Klasse gekommen ist und weshalb sich diese nach vielen erfolglosen Streiks, zu einem Generalstreik mobilisieren liessen.

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