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07.02.20214355 Ansichtenverfügbar bis 08.04.2021

Aus der Küche ins Bundeshaus - Der lange Weg zum Frauenstimmrecht

Mit Witz und Ironie schildert der Regisseur Stéphan Goël den steinigen Weg zum Frauenstimmrecht in der Schweiz. Ein Film über mutige Frauen, die dafür gekämpft haben, den Herd zu verlassen und sture Männer, die alles versucht haben, um sie dorthin zurückzuschicken.

Bis in die 70er Jahre war nur die Hälfte der Schweizer Bevölkerung an der Wahlurne zugelassen - nämlich nur die Männer. Als letztes europäisches Land führte die Eidgenossenschaft nach einem langen politischen Kampf das Frauenstimmrecht ein. Dazu meint Marcel Bridel Professor für Verfassungsrecht: «Als 1849 das allgemeine Stimmrecht verlangt wurde, dachte keiner, dass sich die Gleichheit vor der Urne auch auf die Frauen bezöge, ausser ein paar verschrobenen Typen oder Propheten, die niemand ernst nahm.» Diese Einschätzung war wohl auch das grösste Hindernis auf dem Weg zum Frauenstimmrecht. Denn die direkte Demokratie forderte einen hohen Tribut. Die Frauen konnten ihre Rechte nur durch die Zustimmung der Männer erhalten. Da hat wohl manch einer sie gerne zappeln lassen und so, vier Generationen von Frauen, zu einem mühseligen Kampf gezwungen. Die Schweiz als Schlusslicht. Der katholische Frauenbund widersetzte sich dem Frauenstimmrecht bis in die späten 50er Jahre. Alle ländlichen und katholischen Kantone standen unter seinem Einfluss und stimmten Nein. Die Schweiz, sonst berühmt für ihre Pünktlichkeit, erweist sich in diesem Fall als Weltmeisterin der Verspätung. Erst 1959 lanciert der Bundesrat erstmals landesweit eine Abstimmung über das Frauenstimmrecht. Die Frauen sind mit ihrer Geduld am Ende. Doch die Enttäuschung ist riesig 67% stimmen Nein! Am 7. Februar 1971 gelang dann endlich der Durchbruch auf nationaler Ebene. Mit einer knappen Zwei-Drittel-Mehrheit stimmten die Männer dem Frauenstimmrecht zu. Von Neuerungen wollte das Appenzell nichts wissen. Erst 1989 nahm Ausserrhoden das kantonale Frauenstimmrecht an der Landsgemeinde an. Innerrhoden lehnte es auch 1990 noch ab. Im selben Jahr wurde Innerrhoden jedoch, gestützt auf den 1981 eingeführten Gleichstellungsartikel, vom Bundesgericht «gezwungen», die Frauen am politischen Geschehen teilnehmen zu lassen.

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