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23.11.2020786 Ansichtenverfügbar bis 22.12.2020

Bei Wind und Wetter

Die Alkoholsucht der Mutter zwingt Wally schon als Achtjährige die Mutterrolle zu übernehmen. Hautnah erlebt das Mädchen die Exzesse und die Folgen der Sucht. Die Ignoranz und Tatenlosigkeit ihres Umfelds verschärfen ihr Leben zwischen Ohnmacht, Überforderung und Verzweiflung.

«Als ich meine Mutter das erste Mal erlebt habe, wie das ist, wenn sie was getrunken hat, war es für mich einfach nur ein Erschrecken, da passiert was mit der Mama, was ich nicht verstehen kann.» Die ersten Worte im Film «Bei Wind und Wetter» weisen auf ein allgegenwärtiges Thema hin, das immer noch ein Schattendasein führt: Alkoholismus in Familien – und zwar aus der Sicht der Kinder. Über die tiefgreifenden Auswirkungen alkoholabhängiger Eltern auf die Kinder wird viel zu selten gesprochen. In animierten Schwarzweissbildern bebildert der Regisseur Remo Scherrer die Erinnerungen von Wally Wagenrad, die aus ihrer Kindheit mit einer alkoholabhängigen Mutter erzählt. Unverständnis, Überforderung und kindliche Überlebensstrategien prägen das Leben des kleinen Mädchens. Das Wegschauen und Nicht-Eingreifen des nahen Umfeldes verstärken die Ohnmacht des Kindes. Heute, als erwachsene Frau, sieht Wally Wagenrad ihre Aufgabe darin, betroffenen Kindern eine Stimme zu geben und das Schweigen zu brechen. «Bei Wind und Wetter» ist die Masterarbeit von Remo Scherrer an der Hochschule Luzern Design & Kunst 2016. Die Welturaufführung des Films fand 2016 am Filmfestival in Cannes im Rahmen der Cinéfodation statt.

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