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23.07.20219230 Ansichtenverfügbar bis 30.07.2021

Hexenkinder

Bis in die 70er-Jahre wurden in der Schweiz uneheliche Kinder oder Waisen aus dem Unterschichtsmilieu in Heime weggesperrt. Geboren von ledigen Müttern, verstossen von ihren Vätern, benachteiligt, gequält im Namen der Religion. Man hielt sie für «sittlich verwahrlost» oder «schwererziehbar».

Kinder armer Eltern, Uneheliche und Waisen aus Unterschichtenmilieus galten bis in die 70er-Jahre als verwahrlost, minderwertig, wild und sündhaft. Man meinte, sie würden die Gesellschaft gefährden. Es galt, sie auf den angeblich rechten, gottgefälligen Weg zu führen, sie auf ein einfaches Leben in Armut, auf eine lebenslängliche Existenz als brave Knechte und gehorsame Christenmenschen vorzubereiten. Marie Lies sei vom Teufel besessen, eine Sünderin – ein achtjähriges Mädchen. Der «uneheliche» Pedro sucht Zuflucht im Pferdestall, statt ins Heim zurückzukehren. Sergio wird als «Illegaler» bezeichnet, weil er Sohn einer ledigen Mutter ist, und wenige Tage nach seiner Geburt ins Heim gesperrt wurde. Willy erlebt als fünfjährigen Bub Foltermethoden im Waschraum eines Heimes. Der Film «Hexenkinder» von Filmautor Edwin Beeler erzählt die Geschichte von zwangsversorgten Heimkindern, die sich trotz der erlebten Misshandlungen nicht brechen liessen und dank ihrer Widerstandskraft und Fantasie überlebt haben. Gleichzeitig erinnert der Film an das Schicksal von Kindern, die in der Zeit der Hexenverfolgung im Namen Gottes der Unholderei bezichtigt wurden. Sie wurden gefoltert und zu ihrem angeblichen Seelenheil oft auch hingerichtet.

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