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24.01.202125747 Ansichtenverfügbar bis 24.04.2021

Adieu, mein Lehrer

Sein ganzes Leben lang war Jean-Michel Burel der einzige Lehrer eines 300-Seelen-Dorfs in Südfrankreich. Schon den Eltern seiner heutigen Schülerinnen und Schüler hat er Lesen und Schreiben beigebracht – und noch viel mehr. Jetzt beginnt er sein letztes Schuljahr, bevor er pensioniert wird.

Manchmal scheint es, dass der Schulstoff bei Lehrer Burel bloss Nebensache sei. Denn in seiner Vierklassenschule lernen die Kinder auch, Konflikte zu lösen und selbständig zu denken. Mit Strenge und Liebe, aber auch mit viel Witz und Humor erreicht Burel, dass die Kinder sich jeden Tag freuen, zur Schule zu gehen. «Ein Lehrer, der die Kinder nie zum Lachen bringt», sagt er, «das ist doch traurig.» Auch die Filmemacherin Emilie Thérond hat einst Burels Lebensschule besucht. Als sie erfährt, dass er bald pensioniert wird, reist sie mit einem Filmteam zurück ins Dorf ihrer Kindheit und begleitet ihren Lehrer während seines letzten Jahres in der Schule. «Ich wollte ihn nicht einfach sang- und klanglos gehen lassen», sagt sie. Dabei hat Jean-Michel Burel während seiner über 40 Jahre genügend Spuren hinterlassen – in den vielen hundert Kindern, die mit ihm zu verantwortungsbewussten Menschen herangewachsen sind. Gleich am Anfang des Schuljahres gibt er ihnen sein Credo durch: «Ihr kommt auch hierher, damit ihr es gut habt miteinander.» Dazu passt etwa, dass sein lernbehinderter Schüler Lionel immer wieder zurück in die Schule kommt und bei Ausflügen mitmacht, obwohl er längst erwachsen ist. SRF zeigt diesen mutmachenden Film anlässlich des Internationalen Tags der Bildung. In einer Zeit, in der die Schule immer wieder als blosse Startrampe für intellektuelle Höchstleistungen missverstanden wird, zeigt uns Lehrer Burel, dass es neben dem Schulstoff noch viel Wichtigeres zu lernen gibt: Menschlichkeit.

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