01.12.202015213 Ansichten

Corona-Jugend – Zwischen Solidarität und Frust in der Pandemie

Junge Menschen sind besonders durch Corona-Massnahmen eingeschränkt: Sie können nicht mehr im Ausgang abschalten, dürfen nur wenige Freunde treffen und sowohl Reisepläne als auch Auslandssemester liegen auf Eis. Auch Dating ist für die Tinder-Generation nicht mehr dasselbe: Das spontane Treffen mit Fremden gilt als Risiko.

Spurlos geht Corona an niemandem vorbei. Aber wie ist es, wenn einer Generation eine der wichtigsten Phasen im Leben gestohlen wird? Reporterin Anne-Sophie Keller geht dieser Frage nach. Sie trifft junge Menschen und begleitet sie in ihrem Alltag in der Corona-Krise zwischen Solidarität und Frust. Sie spricht mit Barkeeper Berd Schlüchter, der seine geliebte Grossmutter an Covid-19 verlor. Für ihn ist ein zweiter Lockdown das einzig Richtige: «Ich verstehe nicht, dass sich die Leute noch immer nicht an die Massnahmen halten.» Eine, die sich den Ausgang nicht nehmen lässt, ist Filippa Frick, die Anne-Sophie Keller an der Langstrasse trifft. Die Physiotherapeutin möchte auch während der Pandemie nicht auf soziale Kontakte verzichten. Sie besucht auch mal eine Privatparty mit mehr als zehn Leuten, damit ihre psychische Gesundheit stabil bleibt. Dass sie damit gegen die Anweisungen des Bundesrats verstösst, ist ihr bewusst: «Ich verstehe, dass Leute mich für egoistisch halten und mein Verhalten fahrlässig finden.» Silvan Moos sieht auch Positives in der Corona-Krise. Er begrüsst, dass immer mehr Menschen unser System hinterfragen. «Ich sehe schon nur ein grosses Problem in der Massentierhaltung. Auch die Schweinegrippe oder Sars kamen von Tieren. Und Covid-19 wäre nie passiert, wenn wir alle vegan leben würden», sagt er. Weiter begleitet Anne-Sophie Keller die Pflegefachfrau Corinna Leonetti zum Nachtdienst ins Spital. Diese erzählt, dass ihr die Suizidversuche aufgrund von Corona am meisten zu schaffen machen: «Es gibt Menschen, die nicht mit der Isolation umgehen können.» Das Dilemma zwischen sozialer Verantwortung und eingeschränkter Freiheit macht allen zu schaffen, mit denen Anne-Sophie Keller für diese Reportage spricht. Besonders beeindruckt sie die Solidarität der ganz Jungen: «Die Generation Z macht sich Gedanken um ihren Konsum, um die Welt und die Politik. Dass sie sich grösstenteils solidarisch zeigen, erstaunt mich nicht und lässt mich ruhig schlafen.»

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