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18.04.202111804 Ansichtenverfügbar bis 17.06.2021

Cowboys

In den Prärien der USA gibt es noch immer Cowboys, die riesige Viehherden hüten. Aber sie kämpfen nicht mehr gegen Indianerstämme und Banditen wie einst. Ihre heutigen Herausforderungen sind Klimawandel, Rationalisierung und Bürokratie. Die Faszination des Lebens im Sattel ist indessen geblieben.

«Mein Büro», witzelt ein Cowboy, «ist so gross wie der Staat Rhode Island» – also wie der Kanton Tessin. Auf dieser riesigen Fläche weiden die 8000 Rinder der Babbitt Ranches. Trotz solcher Zahlen hat das nichts mit Massentierhaltung im heutigen Sinn zu tun. Die Kühe, Stiere und Kälber führen ein weitgehend freies Leben in den Prärien Arizonas. Gehütet von einem Dutzend Cowboys, ziehen sie den Jahreszeiten entsprechend immer dorthin, wo es genügend Gras und Wasser gibt. Die Regisseure John Langmore und Bud Force waren selbst ursprünglich Cowboys. In ihrem wunderbaren Film zeigen sie das Leben ihrer früheren Berufskollegen von seiner schönsten Seite – wie auch in seinen schwierigen und traurigen Momenten. Auch im 21. Jahrhundert spüren Cowboys die ewige Sehnsucht nach Freiheit und Weite, wie sie in den Spielfilmen zur Genüge abgehandelt worden ist. Aber sie müssen auch ganz alltägliche Probleme bewältigen: Wie erledige ich den Wocheneinkauf, und wo bringe ich meine Kinder zur Schule? Der grosse Verdienst dieses Films ist es, neben den traumhaft schönen Seiten des Cowboylebens auch die Schattenseiten zu zeigen. Die unaufdringliche Kamera schafft eine grosse Nähe zu den Protagonisten. Da ist zum Beispiel Jeff, der zwei seiner Kinder verloren hat und kaum darüber hinweggekommen ist. Oder der alte Boots, der schon in den 50er-Jahren im Sattel sass und heute mit seinem Leben als Pensionierter hadert, aber dessen Augen immer noch leuchten, wenn er von früher erzählt. «Es ist», sagt die Cowboy-Frau Marcia, «ein Privileg, hier zu sein. Aber es hat auch seinen Preis.»

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