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21.09.20208653 Ansichtenverfügbar bis 20.10.2020

Im Schatten der Moschee

Sex ausserhalb der Ehe ist im Islam eigentlich verboten. Die sogenannte Mutʿa-Ehe, die Ehe auf Zeit, kann jedoch nur für ein paar Stunden oder Tage abgeschlossen werden. Mit dem Segen eines Imams und einem «Brautpreis» landen so Frauen oder sogar Mädchen nicht selten in der Prostitution.

Diese Scheinheiligkeit wollen die Filmemacher Patrick Wells und Nawal al-Maghafi im Auftrag der BBC entlarven. Im Irak schicken sie einen verdeckten Reporter in die grossen schiitischen Heiligtümer Kadhimyya und Kerbela. Dort entdecken sie in diskreten Büros unweit der goldenen Kuppeln Haarsträubendes: Geistliche, die – gegen Entgelt – bereit sind, Zeitehen abzuschliessen, notfalls sogar per Telefon. Auch Minderjährige werden so «verheiratetet» – nota bene ohne Einwilligung der Eltern. Mit ihrer verdeckten Kamera filmen die Reporter einen Geistlichen, der als besonders lukrativen Nebenerwerb das Geschäft mit der Prostitution betreibt: Er arrangiert kurze Stelldichein und liefert auch gleich die notwendige Frau dazu mit. Für die Frauen gehen solche Geschichten meist tragisch aus. Nawal al-Maghafi trifft etwa ein Opfer, dem ein Schuft eine echte Ehe vorgegaukelt hatte, und die nach kurzer Zeit verlassen und betrogen dastand. Eine andere Frau hatte aus Armut ihren Imam um eine Spende gebeten und war so in dessen Fänge geraten. In einer Kultur, in der Heirat und «Unbeflecktheit» immer noch als höchste Werte für Frauen gelten, kann das indessen schlimme oder gar tödliche Folgen haben – trotz dem Segen aus dem Schatten der Moschee.

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