25.12.2020448 Ansichtenverfügbar bis 01.01.2021

HD-Soldat Läppli mit Audiodeskription

Der herzensgute HD Läppli schafft es, seine Vorgesetzten mit seiner Naivität zu provozieren und so seine Umgebung auf Trab zu halten. HD-Soldat Läppli kreierte Kabarettist Alfred Rasser bereits 1945. Unsterblich machte ihn aber erst der Film von 1959, den Generationen ins Herz geschlossen haben.

Generalmobilmachung 1939: Der tollpatschige Lebensmittelverkäufer Theophil Läppli (Alfred Rasser) wird irrtümlich wegen antimilitärischer Reden inhaftiert. Deshalb kommt er zu spät auf den Mobilmachungsplatz, wo man ihn aber wegen seiner mitgebrachten Federdecke und seinem lockeren Mundwerk sogleich zum Psychiater abkommandiert. Die ratlosen Doktoren befördern den patriotisch veranlagten, äusserst geschwätzigen und offensichtlich leicht verrückten Füsilier zum Offiziersputz in eine Hilfsdienstkompanie. Und so landet HD Läppli in Schaffhausen, wo er dem welschen Oberleutnant Clermont (Bernard Junod) zugeteilt wird. Läppli braucht nur wenige Stunden, um das Leben seines Vorgesetzten ins Chaos zu stürzen: Clermonts Kanarienvogel findet seinen Frieden im Maul der Hauskatze, die Vermieterin will klagen, weil Läppli mit dem Gewehr auf sie losgegangen ist, und Fräulein Alice Brodbeck (Editha Nordberg) lässt den jungen Offizier abblitzen, weil Läppli – zusammen mit seinem Freund Mislin (Otto Wiesely) – als Briefbote in Liebesdingen versagt. Clermont wird in den Jura versetzt und muss seinen Putz mitnehmen. Doch bereits im Zug treibt HD Läppli einen in Zivil reisenden Generalstabsoffizier auf die Palme und zieht dann auch noch die Notbremse. Alfred Rassers (1907 bis 1977) Kinoadaption seiner Satire ist milder, versöhnlicher geworden, als sie es auf den Kabarettbrettern in den Nachkriegsjahren war. Seiner Paradefigur des HD Läppli – frei nach dem berühmten Soldaten Schwejk des tschechischen Autors Jaroslav Hasek – hat er hier einen versteckten Charme, eine chaplineske Allüre und ein goldenes Herz verliehen. Dass diese antimilitaristische Haltung nicht nur auf positives Echo stiess, versteht sich von selbst. Immer wieder wurden Rasser von verschiedensten Seiten Steine in den Weg gelegt – bei den Theateraufführungen, aber auch bei der Produktion des Films. Dennoch gehört «HD-Soldat Läppli» inzwischen längst zu den unsterblichen Klassikern der Schweizer Kinogeschichte.

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