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12.10.20214124 Ansichtenverfügbar bis 18.10.2021

«Mädchenbande» – Sozialdrama aus Frankreich

Das Leben der 15-jährigen Marieme wird von Verboten und Zwängen bestimmt, bis sie eine Mädchen-Gang kennenlernt. Das Sozialdrama von Céline Sciamma («Tomboy», «Portrait de la jeune fille en feu») mit einem beeindruckenden Cast erzählt vom Aufbegehren an den Rändern der französischen Gesellschaft.

Die 15-jährige Marieme (Karidja Touré) lebt in der Pariser Banlieue. Das schüchterne Mädchen muss sich um seine beiden kleinen Schwestern kümmern, die Mutter bei der Arbeit unterstützen und ihrem grossen Bruder, dem eigentlichen Familienoberhaupt, gehorchen. In der Schule und der Nachbarschaft geben die Jungs den Ton an. Für Marieme ist die Schule eine Sackgasse: Sie wird nicht in die Oberstufe versetzt. Eines Tages wird Marieme von den drei Freundinnen Lady (Assa Sylla), Adiatou (Lindsay Karamoh) und Fily (Mariétou Touré) angesprochen. Bald ist Marieme Mitglied der coolen Mädchengang und beobachtet erstaunt, wie die drei jungen Frauen sich die gleichen Freiheiten herausnehmen wie die Jungs. Sie schwänzen die Schule, verüben kleinere Diebstähle, stylen sich, wie sie wollen und liefern sich Schlägereien mit rivalisierenden Banden. Marieme beherrscht die Gesetze der Strasse rasch und kommt aus sich heraus. Zum ersten Mal lernt sie Freundschaft und Freiheit kennen. «Bande de filles» ist nach «Naissance des pieuvres» und «Tomboy» der dritte Spielfilm der französischen Regisseurin und Drehbuchautorin Céline Sciamma. Sie erzählt darin von der Emanzipation einer jungen Frau, deren Leben von Zwängen bestimmt ist, bis sie aus diesen auszubrechen vermag und sich einer Gang anschliesst. Die macht ihre eigenen Gesetze und ermöglicht Marieme, den Schritt weg von der Blutsverwandtschaft hin zur Wahlverwandtschaft zu machen, für sie der einzig mögliche Schritt zur Freiheit. Bereits mit «Tomboy», einem Film über ein Mädchen, das ein Junge sein möchte, sorgte Céline Sciamma mit ihrer präzisen, äusserst feinfühligen Erzählweise für Aufsehen. Mittlerweile gilt sie in Frankreich und auch der Schweiz als Expertin, wenn es ums Erwachsenwerden unter widrigen Umständen geht. Sowohl bei «Quand on a 17 ans» von André Téchiné als auch beim Schweizer Animationsfilm «Ma vie de courgette» von Claude Barras schrieb sie das Drehbuch. 2019 war sie mit ihrem allerneuesten Film «Portrait de la jeune fille en feu» an den Filmfestspielen in Cannes vertreten und erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Auch «Bande de filles» wurde mehrfach ausgezeichnet und vom Filmdienst hochgelobt: «Alles in allem ein überaus genau komponierter, einfallsreicher, bestechender Film.»

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