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04.08.20203664 Ansichtenverfügbar bis 10.08.2020

«Mittagssonne» – Kroatisches Drama

Drei Jahrzehnte, drei Liebesgeschichten, ein Fleck Erde im ehemaligen Jugoslawien. In drei unabhängigen Episoden zeigt «Mittagssonne» eindrücklich, welche Narben die Jugoslawienkriege hinterliessen. Das Spezielle: Die Liebenden werden in allen Episoden von den gleichen Schauspielern verkörpert.

Ivan (Goran Markovic) und Jelena (Tihana Lazovic) leben auf dem Land in der Nähe der kroatischen Küste. Das junge Paar will den aufkommenden Streitereien zwischen Serben und Kroaten entfliehen und nach Zagreb gehen. So weit kommt es aber nicht. Es ist das Jahr 1991, als Kroatien unabhängig werden will. Serbien ist dagegen – und Jelenas und Ivans Familien stehen auf verschiedenen Seiten. 2001: Nataša (Tihana Lazovic) und ihre Mutter kehren in ihr zerstörtes Haus zurück. Sie engagieren den Kroaten Ante (Goran Markovic) als Handwerker. Zunächst will Nataša nichts von Ante wissen, so tief sitzt ihr Hass gegen Kroaten. Doch mit der Zeit wird die Anziehung zwischen den beiden stärker. Zehn Jahre später feiern Jugendliche eine sommerliche Rave-Party am Meer. Luka (Goran Markovic) war lange nicht zu Hause. Jetzt nutzt er die Gelegenheit, bei seinen Eltern vorbeizuschauen. Doch nicht nur das: Luka hofft, auch auf Marija (Tihana Lazovic) zu treffen, die er vor Jahren schwanger im Stich liess, um in der Stadt zu leben. Der kroatische Regisseur und Drehbuchautor Dalibor Matanic wagte mit «Mittagssonne» ein Experiment: Den «Romeo und Julia»-Stoff seiner Geschichte spielt er dreimal durch, in jeweils verschiedenen Jahrzehnten. Erst die dritte Episode versprüht so etwas wie Hoffnung für das Zusammenleben verschiedener Ethnien im Balkan. Das Spezielle dabei: Die Liebenden werden in allen Episoden von der gleichen Schauspielerin und dem gleichen Schauspieler verkörpert, Goran Markovic und Tihana Lazovic. Was konstruiert klingen mag, funktioniert erstaunlich gut, denn auch wenn die Geschichten auf den ersten Blick nicht zusammengehören, erzählen sie doch alle von der gleichen Schwierigkeit: zu lieben, wenn ein Krieg Hass sät. Dass «Mittagssonne» ein Ganzes geworden ist, ist auch der überragenden Kameraarbeit von Marko Brdar zu verdanken und den Motiven, die der Kameramann und der Regisseur in allen Episoden bespielen; allen voran jenes, das dem Film den Titel gab: die Mittagssonne.

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