14.10.20213359 Ansichtenverfügbar bis 21.10.2021

Mehr als Atem

Mit einem Atemzug begrüsst ein Neugeborenes die Welt, mit einem letzten Ausatmen sterben wir. Der Atem begleitet uns durch das Leben. Wie zentral er ist, merken wir erst, wenn wir an Atemnot leiden.

Wie sehr wir den Atem steuern können, wie sich das Atmen auf den Körper und auf Krankheiten auswirkt – dessen sind sich jedoch nur wenige bewusst. Die meisten Menschen atmen flach. Stress, Hektik, Druck – Faktoren, die unser Atmen und unseren Körpern beeinflussen. Angstzustände und gewisse Atemstörungen behandeln viele mit Medikamenten – obwohl man sie allein mit gezielten Atemtechniken und dem Bauchatmen beheben kann. Apnoetaucher Dimitris Synodinos auf der griechischen Insel Amorgos lehrt, wie man die Angst, zu wenig Luft zu haben, überwinden kann. Wer sich auf die Atemtechnik einlässt und entspannt den Kopf mit angehaltenem Atem im Wasser baumeln lässt, ist erstaunt, wie lange man den Atem anhalten kann und wie sich viele Ängste verflüchtigen. Mit Ängsten hängen auch jene Lungenkrankheiten zusammen, die auf Stress zurückzuführen sind. An der Kinderklinik in Davos hat die Zahl der Jugendlichen mit psychosomatischen Atemstörungen zugenommen. Sie werden nicht nur medikamentös behandelt, sondern lernen wieder, tief zu atmen. Dabei hilft auch der Workshop der Alphornspielerin Eliana Burki. Denn diesem Instrument entlockt nur Töne, wer richtig atmet. Wer offen ist, sich auf seinen Atem einzulassen, der kann ihn und verschiedene Körperfunktionen messen lassen. Das entsprechende Gerät, das die deutsche Therapeutin Karin Töpperwien einsetzt, zeigt den Einfluss des Atems auf den Herzrhythmus und den allgemeinen körperlichen Zustand.

Mehr von NZZ Format

Mehr aus NZZ Format

Auch interessant