27.07.202118206 Ansichten

Endstation Nothilfe – Abgewiesene Asylsuchende in der Schweiz

Acht Franken pro Tag, Arbeitsverbot, Polizeikontrollen – das ist das Leben von abgewiesenen Asylsuchenden hier bei uns in der Schweiz. Das Leben in der sogenannten Nothilfe ist gleichzusetzen mit einem Alltag am Existenzminimum, am Rande unserer Gesellschaft. Was macht das mit den Betroffenen?

Rec.-Reporter Balz Oertli will wissen, wie das Leben in Nothilfe sich anfühlt und reist für seine Recherche quer durch die Schweiz. In Langenthal trifft er auf Saeed. Der gebürtige Iraner lebt seit acht Jahren in der Schweiz. Seitdem das Asylgesuch seiner Eltern abgelehnt wurde, lebt die Familie in «regulärer Illegalität». Saeed zeigt auf, wie schwierig es ist mit acht Franken pro Tag durchzukommen und was es heisst, mit einer fünf-köpfigen Familie in einem Nothilfezentrum zu leben. «Ihr Ziel ist es, uns mittels widriger Lebensbedingungen aus der Schweiz zu vergraulen.» In der Zürcher Nothilfe trifft Balz auf verschiedene Familien, die von der Nothilfe leben. Gedacht ist die Nothilfe eigentlich als kurze Überbrückung nach dem negativem Asylentscheid, doch viele hier leben monate- oder gar jahrelang in prekären Umständen. Sie berichten von Angst und Hunger. Das Geld reiche kaum aus, um die Kinder zu ernähren. Ausserdem würden ihnen Bussen, gar Gefängnis drohen, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhalten. Hoch oben im bündnerischen Valzeina, abgeschnitten von der Zivilisation, liegt das Nothilfezentrum «Flüeli». Statt Geld bekommen die abgewiesenen Asylsuchenden hier eine wöchentliche Essensration. Auch sonst, so der Eindruck des Reporters, ist ein Leben hier oben nicht einfach. Alizade Ezatullah will trotzdem bleiben. Alles sei besser als Krieg. Obwohl es ihm schwerfalle, auf Hilfe angewiesen zu sein. «Ich würde gerne arbeiten dürfen, um mein Leben selber in die Hand zu nehmen.»

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