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16.05.20212411 Ansichtenverfügbar bis 15.06.2021

Die Kirche bin ich – Wie der Papst unfehlbar wurde

Der Papst kann sich nicht irren, wenn er Glaubens- oder Sittenfragen endgültig und «ex cathedra» entschieden hat. So lautet das umstrittene Dogma der römisch-katholischen Kirche. Seit seiner Verkündigung wird heftig darüber debattiert. Wie und warum ist es entstanden? Eine filmische Spurensuche.

Vor 150 Jahren verkündet Papst Pius IX. das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes in Rom. Dort herrscht ein tiefes Misstrauen gegen die Moderne. Man fürchtet sich vor der «Willkür freier Gewissensentscheidungen» und vor der Auflösung alter Ordnungen. Um diesen «Verfallserscheinungen» entgegenzuwirken, will man das Papsttum stärken. Folgerichtig sagte Pius IX. von sich selbst: «Die Kirche bin ich!» Von nun an hat der Papst die ganze Vollmacht über die römisch-katholische Kirche. Er kann jedem Bischof vorschreiben, was dieser in seinem Bistum tun oder lassen soll. Er kann Katholikinnen und Katholiken auf der ganzen Welt Vorschriften in Glaubens-, Lebens- und Moralfragen machen. Die ursprünglich eng gefasste Unfehlbarkeit wird bis ins 20. Jahrhundert de facto Schritt für Schritt ausgeweitet. Der Theologe und Historiker Hubert Wolf hat Jahre in verschiedenen Archiven des Vatikans geforscht und faszinierende Erkenntnisse ans Tageslicht gebracht. In Spielszenen kommen historische Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in fiktiven, auf Originalzitaten basierenden Interviews, zu Wort. Befürworter und Gegner der Unfehlbarkeit standen einander schon vor 150 Jahren unversöhnlich gegenüber. Zu Wort kommen Theologen, Kardinäle und eine Frau, die damals heftig das Wort ergriff: Cristina Trivulzio Belgiojoso – eine italienische Intellektuelle und Vorreiterin für Frauenrechte.

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