Zum Inhalt springen

Header

Gansabhauet in Sursee
Legende: In der Schweiz gibt es zahlreiche Herbstbräuche und -traditionen, die häufig schon seit dem Mittelalter gefeiert und zelebriert werden. Keystone
Inhalt

Der Herbst ist da! Halloween, Räbeliechtli und andere Herbstbräuche

Gänse köpfen, Kürbisse und Räben schnitzen und mit Treicheln durch die Gassen ziehen – das ist der Herbst in der Schweiz.

Einige Ortschaften haben ihre eigenen Bräuche. Andere Traditionen werden im ganzen Land gefeiert. Hier eine Auswahl an Herbstbräuchen, die schon seit Jahren gefeiert werden.

  • Gansabhauet in Sursee
    Legende: In der Schweiz gibt es zahlreiche Herbstbräuche und -traditionen, die häufig schon seit dem Mittelalter gefeiert und zelebriert werden. Keystone

    «Gansabhauet» in Sursee

    Der Name verrät es schon: Bei der «Gansabhauet» trennt man den Kopf einer toten Gans mit einem Säbel ab. Junge Männer und Frauen versuchen die aufgehängte Gans mit einem Hieb herunterzuschlagen. Bewaffnet sind sie mit einem stumpfen Dragonersäbel und als Gewand tragen sie einen roten Umhang. Um das Herunterschlagen der Gans zu erschweren, werden die Augen der Männer und Frauen hinter einer goldenen Sonnenmaske verbunden. Der Gewinner der «Gansabhauet» kriegt die Gans. Der Anlass findet am Montag 11. November 2019 statt.

  • Woldmannli in Andermatt
    Legende: Woldmannli in Andermatt Keystone

    «Woldmanndli» in Andermatt

    Ende Oktober ziehen sogenannte «Woldmannli» – also Waldmännchen – vom Gurschenwald nach Andermatt. Sie sind gekleidet in Jutesäcken und kommen lautstark lärmend, mit Treicheln und Ziegenbockhörner, aus dem Wald und werden im Dorf empfangen. Diese Tradition ist schon mehrere hundert Jahre alt. Die «Woldmannli» waren früher eine Art Taglöhner, die vom Frühling bis im Herbst im Wald zum Rechten schauten. Im Herbst feierte man ihre Rückkehr am Chilbi-Samstag. 2019 war dies am 27. Oktober.

  • Räbeliechtli in Richterswil
    Legende: Räbeliechtli in Richterswil Keystone

    Räbeliechtli-Umzüge

    Im Mittelalter gehörten die Räben zu den Grundnahrungsmitteln (ähnlich wie heute die Kartoffel). Um die Ernte zu feiern, schnitzte man daraus Laternen – die «Räbeliechtli» – und trug diese in einem Umzug durch die Gassen. Die weltweit grösste Räbechilbi ist jeweils am zweiten Samstag im November in Richterswil. Diese wird seit 1908 vom lokalen Verkehrsverein durchgeführt und wird jeweils von über 15'000 Besuchern aufgesucht. Dieses Jahr am 9. November.

  • Kürbis
    Legende: Colourbox

    Halloween

    «All Hallows' Eve», der Tag vor Allerheiligen, ist der 31. Oktober. Der Ursprung von Halloween geht auf keltische Völker auf den britischen Inseln und in Gallien zurück. Damals nannte man das Fest «Samhain». Es wurde bei Vollmond um den 1. November gefeiert und entsprach in jener Zeit dem Neujahr. Gemäss den Druiden war dies die einzige Nacht, in welcher die Toten in die Welt der Lebenden zurückkehren können. Als das Fest der Allerheiligen auf den 1. November gesetzt wurde, geriet das Fest der Kelten in Vergessenheit. Gewisse Rituale wurden aber in Irland und England weitergeführt und Leute zogen in Kostümen durch die Strassen, um die bösen Geister zu vertreiben und zu täuschen. Erst viel später, im 19. Jahrhundert, brachten irische Immigranten die Tradition nach Amerika.

  • Bunte Lampions
    Legende: Bachfischet in Aarau Keystone

    «Bachfischet» in Aarau

    Hunderte Aarauer Schulkinder ziehen mit kunstvoll gebastelten Lampions durch die Stadt. Dazu singen sie «Fürio de Bach brönnt, d Suhrer händ ne aazöndt, d Aarauer händ ne glösche, d Chüttiger, d Chüttiger riite uf de Frösche...». Der Ursprung hat diese Tradition im Mittelalter, als man den Stadtbach jeweils stilllegte, um das Bachbett zu reinigen. Gefeiert wurde dieses Jahr am 20. September.

  • Zibelemärit in Bern
    Legende: Zibelemärit in Bern Keystone

    «Zibelemärit» in Bern

    Der 4. Montag im November ist in Bern der Tag des «Zibelemärit». Sein Ursprung ist nicht geklärt, aber man geht davon aus, dass es den Markt bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt. Bern zeigt sich an diesem Tag bunt geschmückt, mit vielen Marktständen, wo es von Zwiebeln über Wintergemüse bis hin zu Keramikgeschirr, Magenbrot und Souvenirs alles mögliche zu kaufen gibt. 2019 ist der Markt am 25. November.

  • Viehschau
    Legende: Keystone

    Viehschauen und -auktionen

    Traditionell finden Viehschauen und -aktionen im Herbst statt. Bekannt sind die Appenzeller Viehschauen, die nach dem Alpabzug (Anfang Oktober) stattfinden. Die Tiere werden gestriegelt und geputzt auf dem Schauplatz präsentiert, am Abend wird gefeiert und getanzt.

  • Markt. Viele Leute
    Legende: Keystone

    Martinimarkt

    Der Martinimarkt findet in vielen Teilen der Schweiz rund um den Martinstag (11. November) statt. Er hat seinen Hintergrund im bäuerlichen Leben: Im Herbst wurde Unnützes verkauft und Notwendiges für den Winter eingekauft.

  • Metzgete
    Legende: Metzgete Keystone

    Metzgete

    Im Spätherbst gab es traditionell die Hof- und Hausmetzgete, da es sich Bauernfamilien nicht leisten konnten, die Tiere durch den Winter zu füttern. Heute ist die Metzgete viel mehr ein Ereignis in den Beizen.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    "Halloween" ist kein Schweizer Brauch er wurde "eingeschleppt" und ist vieles Andere fehl am Platz!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J.E. Michel  (Assisi)
    Ich finde es eine Schande, dass in diesem Land ein solcher "Brauch" wie die Gansabhauet noch "zelebriert" werden darf. Wie abgestumpft muss man sein, dass man bei sowas mitmacht und zuschaut! Es ist traurig und beschämend, wo bleibt die Achtung vor den Tieren?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J.E. Michel  (Assisi)
    Das ist ja entsetzlich!! Wie kann man nur in der heutigen Zeit noch einen solchen bestialischen "Brauch" wie die Gansabhauet "zelebrieren" ? Wie abgestumpft, herz- und empathielos muss man sein, um sowas mitzumachen resp. zuzuschauen?
    Dazu wird dieser "Brauch" in diesem Beitrag noch am Anfang und im gleichen Atemzug wie der Zibelemärit und Co erwähnt, ohne Kommentar. Warum?
    Ich schäme mich, dass es sowas in der Schweiz noch gibt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen