Der Maestro und die Weltmeisterin

«Persönlich»-Gastgeberin Katharina Kilchenmann empfängt in Bern Mario Venzago, Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters und Profiboxerin Aniya Seki.

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Bildlegende: «Persönlich»-Gastgeberin Katharina Kilchenmann. SRF

Aniya Seki

Porträt Aniya Seki. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aniya Seki. ZVG

Von wegen zart! Aniya Seki boxt zwar in der Gewichtsklasse «Superfliegengewicht», aber im Ring müssen sich ihre Gegnerinnen in Acht nehmen. Seit 2012 trägt sie den Weltmeistertitel und ihr Trainer, Bruno Arati, sagt stolz: «Das hat noch keine Schweizerin geschafft. So eine wie sie wird es vermutlich nie mehr geben.»

Die 34-Jährige kam in Tokio zur Welt - der Vater Japaner, die Mutter Bernerin - wuchs in der Schweiz auf und fing 2006 an zu boxen. Seki kämpft aber nicht nur im Ring, sie litt viele Jahre unter Ess-Brech-Sucht und muss ihren Alltag mit sehr wenig Geld bestreiten. Und dennoch steht sie immer mehr auf eigenen Beinen, mitten im Leben und boxt sich buchstäblich durch. Und das mit immer grösserem Erfolg und Engagement: «Erfolge geben mir Selbstvertrauen für den nächsten Kampf und fürs Leben generell. Und wenn Du einmal gewonnen hast, willst Du dieses Gefühl immer wieder erleben.»

Mario Venzago

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Bildlegende: Mario Venzago. ZVG

Bevor Mario Venzago nach Bern kam, war er acht Jahre lang im amerikanischen Indianapolis und hat dort eines der grossen Vollprofi-Orchester geleitet. Dann kam die Finanzkrise, Venzago verlor seinen Job und kehrte zurück nach Europa - eine bittere Erfahrung. Und dennoch, wenn Venzago von dieser Zeit erzählt, ist keine Bitterkeit zu spüren, vielmehr Verwunderung oder eher noch ein fast kindliches Staunen. Seine Neugierde und das Gespanntsein auf das Leben fasziniert an diesem Künstler und klingt mit in seiner Musik.

1948 kam Venzago in Zürich zur Welt und gehört heute zu den wenigen Schweizer Dirigenten mit internationalem Renommee: er hat die Berliner Philharmoniker dirigiert, gastiert regelmässig bei den Salzburger Festspielen und beim Lucerne Festival und mehrere seiner CDs wurden preisgekrönt. Und jetzt in Bern als Chefdirigent des BSO, was gefällt ihm an dieser Aufgabe? «Nach meiner Rückkehr aus Indianapolis hatte ich wunderbare Gastverpflichtungen», sagt Venzago. «Aber mir fehlte die Konstanz, die Aufgabe, langfristig etwas aufzubauen.» Dazu hat er nun in Bern die Gelegenheit und er scheint sie auch gerne zu ergreifen.

Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt frei. Türöffnung 09.00 Uhr. Beginn der Sendung 10.00 Uhr. Keine Sitzplatz-Reservation.

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