Der Multimillionär und die Buchhändlerin zu Gast bei Dani Fohrler

Die «Persönlich»-Gäste von Dani Fohrler sind der Schauspieler, Bobfahrer, Nationalturner und Unternehmer Hausi Leutenegger und die innovative Buchhändlerin aus dem Appenzellerland, Carol Forster.

Hans (Hausi) Leutenegger (75)

Hausi Leutenegger über Geld, Leben und Tod

6:07 min, aus 10vor10 vom 20.8.2013

Hausi Leutenegger ist die alpine Version von Burt Reynolds und ein «Hansdampf» in allen Gassen. Seine Lebensgeschichte gleicht einer «Tellerwäscher-Karriere». Mit sieben Geschwistern ist er in einfachsten Verhältnissen im Hinterthurgau aufgewachsen. Als junger Bursche schon prägte ihn die Idee, den Weg nach oben unter die Füsse zu nehmen.

Nach der Lehre als Bauschlosser versuchte er sein Glück in Genf, wo er anfangs auch mal bei der «Heilsarmee» nächtigte. Das Angebot auf gute Verdienstmöglichkeiten liess ihn dann zum «Teppich-Shampoo-Vertreter» werden. Später brachte ihn ein Job als Monteur nach Holland, wo der junge Hausi neben seiner Arbeit das Jungengesellenleben ausgiebig genoss.

Der Millionär im Rampenlicht

Fleiss, Gespür, Durchhaltewillen und Disziplin, gepaart mit der nötigen Portion Glück, bildeten schliesslich die Grundlagen zu seinem Erfolg als Unternehmer. Das Unternehmen «Hans Leutenegger AG» mit heute über 1000 Mitarbeitenden ist eine Erfolgsgeschichte, die ihn bereits mit dreissig zum Millionär machte. «Ich habe nie einem Banker eine Unterschriftenberechtigung gegeben und bin ganz ohne Kredite zum Multimillionär geworden», betont der Unternehmer immer wieder.

Bekannt wurde Hausi Leutenegger in der breiten Öffentlichkeit als Bob-Olympiasieger von Sapporo (1974) oder durch Kinofilme, wo er unter anderem mit Klaus Kinski vor der Kamera stand.

Carol Forster (54)

Leseratten

5:45 min, aus Schweiz aktuell vom 28.9.2012

In den siebziger Jahren, als Carol Forster in Appenzell am Kollegium das Gymnasium besuchte, gab es noch keine einzige Buchhandlung im Kanton. Dies sollte sich später ändern.

«Ich bin in neureichen Verhältnissen aufgewachsen», sagt die heutige Buchhändlerin über ihre Herkunft. Zusammen mit einem älteren Bruder hat sie die Kindheit in Waldstatt (AR) verbracht. Vater Forster hatte einen Direktorenjob und an Materiellem fehlte es der Familie nicht. Allerdings hing der Haussegen in der Beziehung der Eltern schief. Carol Forster wurde zum «Scheidungskind». Und dies, «in einer Zeit, als es in der ganzen Ortschaft nur zwei Familien gab, wo es zu einer Scheidung kam.»

Zusatzinhalt überspringen

«Persönlich» mit

Porträt Dani Fohrler.

Dani Fohrler SRF

Die Talksendung «Persönlich» auf Radio SRF 1 wird am 15. Februar 2015 aus der Lokremise St. Gallen gesendet. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Türöffnung ist um 9 Uhr, die Live-Sendung beginnt um 10 Uhr. Keine Sitzplatz-Reservation.

Für die Matur hat es nicht gereicht. Carol Forster ist von der Schule gefallen. Dank der Berufsberatung fand sie zu ihrem heutigen Beruf als Buchhändlerin. Den Schritt in die Selbständigkeit wagte sie als junge, alleinerzeihende Mutter, praktisch ohne Geld.

Der Bücherladen – ein Novum im Appenzell

Bei der Eröffnung ihres Bücherladens in Appenzell - der einzige im Kanton - waren viele Leute skeptisch, ob dies funktionieren mag. «In Appenzell liest man doch nicht», hiess es immer wieder. Tut man doch! Mit Leidenschaft, unkonventionellen Ideen und sehr persönlicher Beratung betreibt Carol Forster seit über 20 Jahren eine bezaubernde Buchhandlung, die auch schon schweizweit zur «Buchhandlung des Jahres» erkoren wurde.

«Reich werde ich mit meinem Laden nicht», meint die innovative Buchhändlerin. An Luxus und Ferienreisen sei nicht zu denken. «Die Erfüllung in meinem Beruf, das Privileg in einem Bauernhaus wohnen zu dürfen, und liebe Freunde um mich zu haben, machen mich glücklich.»