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Legende: Video Auf den Spuren der Walser abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus Radio SRF 1 vom 05.08.2019.
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Der SRF 1-Outdoor-Reporter Auf dem Walserweg mit Marcel Hähni

Oberwalliser Familien verlassen ihre Heimat. Über die Alpen gelangen sie bis ins heutige Graubünden. Dort lassen sie sich vor rund 700 Jahren nieder. Aus den Wallisern werden die Walser. Reporter Marcel Hähni folgt ihren historischen Spuren auf dem Walserweg Graubünden.

300 Kilometer, 17 Tage am Stück. SRF 1-Outdoor-Reporter Marcel Hähni nimmt im August den Walserweg Graubünden unter die Füsse. Der Weg führt ihn durch bekannte Ortschaften wie Davos, Arosa oder Klosters. Entdecken wird er für die Aktion von Radio SRF 1 aber auch das höchstgelegene Dorf der Schweiz, die älteste Holzkirche Europas oder die Quelle des Valserwassers. Ab September teilt er seine Erfahrungen am Radio und auf www.srf1.ch mit Ihnen.

So sieht die Route von Marcel Hähni aus

Die Etappen des Walserwegs Graubünden (Route 35)

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Wanderwegschild
Legende:Wanderweg Route 35Schweizmobil

Der Walserweg Graubünden führt in 23 Tagesetappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg. Der Weitwanderweg erstreckt sich auf historischen, naturnahen Wanderwegen über rund 300 km durch abgelegene Walsergemeinden und Talschaften und ist mit der Routen-Nummer 35 signalisiert. Weitere Informationen finden Sie hier., Link öffnet in einem neuen Fenster

Ursachen der Walserwanderungen sind nicht geklärt

Waren es Naturkatastrophen? Waren es Klimaveränderungen? War es die grosse Anzahl Kinder, die eine Überbevölkerung verursachte? Warum im ausgehenden 12. Jahrhundert Walliser Hirten und Bergbauern ihre Heimat verliessen, über die Pässe stiegen, um sich sich in benachbarten Bergtälern anzusiedeln, ist nicht restlos geklärt und nicht urkundlich belegt. Eine Aufarbeitung der Walserzüge durch die Walservereinigung Graubünden fand erst in den 1960er Jahren statt.

Marcel Hähni

Marcel Hähni

SRF 1 – Outdoor-Reporter

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Marcel Hähni, Jahrgang 70, ist Redaktor und Produzent bei Radio SRF 1 und ausgebildeter Wander- und Schneeschuh-Wanderleiter. Zu seinen bevorzugten Wanderzielen gehört die Zentralschweiz und die Ostschweiz mit dem Alpstein, dem Rätikon und dem Engadin. Regelmässig berichtet er auf srf1.ch und am Radio über seine neusten Abenteuer und verrät Tipps und Tricks für die Outdoorwelt.

Unwirtliches Land, aber spezielle Rechte

Fest steht, die meisten Neuankömmlinge liessen sich in den hintersten Tälern nieder, in unwirtlichen Berggebieten. Eine wichtige Rolle spielten die regionalen Feudalherren, die auch dank den neuen Siedlern ihre Herrschaftsansprüche festigen konnten. Sie verlangten von den Walsern die Rodung und Bearbeitung des neuen Landes, einen Zins und die Verpflichtung zu Kriegsdiensten. Im Gegenzug bekamen die Walser rechtliche Eigenständigkeit, persönliche Freiheit und die freie Erbleihe von Grund und Boden, das sogenannte Walserrecht. Diese rechtliche Eigenständigkeit und bessere wirtschaftliche Chancen lockten immer mehr Familien in diese Gebiete.

Vom Domodossola bis ins Vorarlberg

Auf ihren Wanderungen nahmen die verschiedenen Sippen unterschiedliche Wege und hatten auch unterschiedliche Ziele. Während sich die ersten Auswanderer bereits beim heutigen Domodossola in Italien niederliessen, wanderten andere Familien bis ins heutige Vorarlberg. Alleine im Kanton Graubünden gibt es drei grössere Walserzüge.

Es ist ein Weg zu den Walsern, ein Weg über räumliche, geistige und sprachliche Grenzen hinweg.
Autor: Irene SchulerInitiantin Walserweg Graubünden

Ein erster Walserzug kam über den Furka- und Oberalppass in das Vorderrheintal und bis ins Safiental. Ein anderer Walserzug ist die Rheinwaldgruppe, die über das Tessin und das Misox bis nach Vals wanderte. Eine dritte grosse Gruppe besiedelte die Gegend von Davos.

In Graubünden trafen die neuen Bewohner auf Romanen. Die Walser assimilisierten sich selten und blieben für sich. Sie vertrieben die Romanen oder zwangen ihnen ihre Sprache und Dialekte, das Walserdeutsch, auf. Ehen unter den beiden Volksgruppen waren lange Zeit verboten.

Das Walserdeutsch: Kein einheitlicher Dialekt

Noch heute ist die Sprache ein gutes Indiz dafür, ob man sich in einer Walsergemeinde befindet oder nicht. Zahlreich sind die Merkmale, die allen Walserdialekten gemeinsam sind, jedoch nicht, wie SRF-Mundartexperte André Perler weiss. «Ein weit verbreitetes Merkmal ist 'sch' für 's', 'ünsch/iisch' für 'uns' oder 'Müüsch/Miisch' für 'Mäuse'.» In den östlichen Walserdialekten Graubündens ist das Weglassen des Artikels vor Personennamen typisch: «Peegg hed Dreeschi ä Chuä gschäicht» anstatt «Peter hat Andreas eine Kuh geschenkt», erklärt Thomas Gadmer von der Walservereinigung Graubünden. Grob geschätzt sprächen noch ein paar Tausend Leute in Norditalien, in Liechtenstein, im Voralberg sowie in den Kantonen Graubünden, St. Gallen und dem Tessin Walserdeutsch, so Gadmer weiter. «Der grösste zusammenhängende Sprachraum ist das Prättigau.»

Im Walserdeutsch gibt es noch einige altertümliche Ausdrücke: 'Etter' heisst Onkel, 'Ätti' bedeutet Vater, 'Eni' Grossvater.
Autor: Thomas GadmerSprachwissenschaftler Walservereinigung Graubünden

Dreistufiges Wohnen

Aber auch der typische Holzbaustil der Walser gehört heute zur architektonischen Geschichte der Alpenregion. Das Wohnen in drei Stufen ist ein weiteres Erbe. Die ersten Höfe lagen im Alpgebiet. Wenn dort die Nahrung der Tiere zu Ende ging, wechselten die Bauern in das Maiensäss weiter unten. Die letzte Stufe war dann der Hof im Tal. Heute wird meistens nur noch ein Hof bewirtschaftet. Viele kleine, höher gelegene Stallungen, drohen heute zu verfallen. In einzelnen Gemeinden, zum Beispiel im Safiental werden solche Stallungen daher sanft und traditionell renoviert.

Eine gute Vorbereitung ist das halbe Wandern

Zweieinhalb Wochen ist Reporter Marcel Hähni auf dem Walserweg Graubünden unterwegs. Von San Bernardino quer durch Graubünden bis nach Österreich. Eine solche Weitwanderung will vorbereitet sein. Erfahrungen und praktische Tipps von aus dem Publikum sind sehr erwünscht.

Legende: Video Minderheiten in Europa: Die Walser in Graubünden (2/13) abspielen. Laufzeit 15:52 Minuten.
Aus SRF mySchool vom 09.02.2017.

(SRF 1 , 7. August 2019, 14Uhr)

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