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Radio SRF 1 Entdecken, erleben, riskieren – wozu?

Extremsportler wie Ueli Steck, der tödlich verunglückt ist, irritieren und faszinieren. Sie verschieben die Grenzen des Machbaren. Sie tun es für sich. Oder doch nicht nur? Gibt es einen Erkenntnisgewinn für die Gesellschaft? Vielleicht gar einen Nutzen? Die Diskussion in der Sendung «Forum».

Legende: Audio ««Forum»: Die Sendung zum Nachhören» abspielen. Laufzeit 56 Minuten.
56 min, aus Forum vom 04.05.2017.

Sie wollten fliegen, die Schwerkraft überwinden, höchste Höhen erklimmen, tiefste Tiefen erforschen, neue Kontinente entdecken. Sie waren Abenteurer. Man sagte ihnen auch Spinner. Dank ihnen sitzen wir heute in ein Flugzeug, schicken Forscherschiffe in die Antarktis oder braten in der Teflonpfanne ein Spiegelei.

Und die Extremsportler? Die Sologänger, die per Rad quer durch Afrika fahren, auf Skiern bis zum Nordpol wandern oder in Rekordgeschwindigkeit aufs Matterhorn rennen, sind sie mehr als moderne Abenteurer, deren Leidenschaft sich aus immer neuen Herausforderungen nährt?

«Forum» auf Radio SRF 1

In der Sendung «Forum» diskutierten Gäste im Studio mit Hörerinnen und Hörern: Bringt der Extremsport einen Erkenntnisgewinn für die Gesellschaft?

Evelyne Binsack stand als erste Schweizerin auf dem Mount Everest: Sie durchstieg mehrere Male die Eigernordwand, sie ging auf Antarktisexpedition. Alleine. Am Nordpol kam nun vor wenigen Tagen die Erkenntnis:

Porträt von Evelyne Binsack.
Legende: Evelyne Binsack Bergführerin, Extremsportlerin, Abenteurerin Keystone
Jetzt höre ich auf mit Expeditionen. Es findet eine Kommerzialisierung des Abenteuers statt, da mach ich nicht mehr mit.
Porträt von Tobias Merz.
Legende: Tobias Merz Arzt, höhenmedizinische Forschung und Expeditionen zvg
Dank Extrembergsteigern und ihren Ansprüchen ans Material haben wir die Gore-Tex-Jacke oder das Leichtzelt. Auch die Bergrettung hat riesige Fortschritte gemacht. Davon profitieren nicht nur Bergsteiger, sondern auch Wanderer.
Hanspeter Gubelmann
Legende: Hanspeter Gubelmann Sportpsychologe ETH zvg
Es gibt eine strikte Trennung zwischen Nervenkitzel und Wagnis, Sensationsgier und Sinnsuche – Einstellungen, die den Wagemutigen vom Reizfanatiker trennen.

26 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Unser Verstand fragt immer wieder nach dem Sinn im Leben, es gibt aber keinen eigentlichen Sinn im Leben. Auch wenn wir jeden Stein umdrehen, einen Sinn werden wir nirgends und nie finden. Das Leben ist "sinnlos", jeder gibt seinem Leben selber einen Sinn! Macht nun das Leben von Ueli Steck, Sinn? Natürlich macht es Sinn, es war sein Leben und er hat seinem Leben einen Sinn gegeben, wie alt jemand dabei wird ist völlig unwichtig! Ein "langweiliges" Leben und alt werden ist genau so sinnlos!
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  • Kommentar von Thomas Zemp (Tomi)
    Viele Menschen haben eine Leidenschaft für irgend eine Sache, die einen sind mehr Risikoreich, die anderen weniger. Aber alle wollen/können diese Leidenschaft nicht aufgeben.
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  • Kommentar von André Piquerez (Nemesis1988)
    finde es aus philosophischer Sicht sehr interessant,dass Ueli Steck immer wieder auf Touren ging bei denen ihm bewusst war, dass es wirklich ein realistisches Szenario ist dass er nicht mehr lebend runter kommt.Er hatte immer den Tod vor Augen, als er z.B. die Annapurna-Wand hoch ging, aber es trotzdem geschafft...in solchen Situationen fühlt man sich wohl viel lebendiger als wenn alles immer abgesichert ist..auch Reinhold Messner hat wahnsinnige Touren gemacht, um dieses Gefühl zu erleben...
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