Esther Schönmann verköstigt Randständige

Als sich Esther Schönmann 2004 den Suchtkranken und sozial Schwachen annahm, stiess sie bei der Stadt Langenthal auf Unverständnis. Warum braucht es eine Gassenküche? «Weil es wichtig ist, sich für die sozial Schwachen einzusetzen und sie nicht noch mehr an den Rand zu drängen», sagt die 72-Jährige.

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Esther Schönmann

1:07 min, vom 27.1.2015

Esther Schönmann aus Aarwangen (BE) und ein Kollege hatten 2004 eine Idee: Sie wollten eine Gassenküche für Suchtkranke und sozial schwache Menschen einrichten.

Bei der Stadt Langenthal stiessen die beiden auf Unverständnis. Aber schliesslich erhielten sie die Erlaubnis, in der kalten Jahreszeit einmal pro Woche draussen auf dem Wuhrplatz ein Essen auszugeben.

«  Ich kenne Esther Schönmann nicht persönlich. Aber nach allem, was ich von ihr gehört habe, weiss ich: Sie ist eine ‹Heldin des Alltags›. »

Susanna Frangi
Hat Esther Schönmann als «Heldin des Alltags» nominiert

Die «Gassechuchi Langenthal» ist beliebt

Der Andrang auf Esther Schönmanns Gassenküche war schon damals gross. Und er bleibt es bis heute: 35 bis 65 Personen werden jeden Donnerstagmittag gratis verköstigt.

Seit zwei Jahren wird das Essen nicht mehr auf der Gasse ausgegeben. Die «Gassechuchi Langenthal» ist ins Gemeindehaus einer Evangelischen Gemeinschaft umgezogen. Sie stellt den Raum dem Verein Gassenküche Langenthal kostenlos zur Verfügung.

«Sozial Schwache nicht an den Rand drängen»

Berührungsängste hat Esther Schönmann keine. Viele der Drogenabhängigen kennt sie von früher, als diese noch Kinder waren. Und die Botschaft ihres freiwilligen Engagements ist klar: «Es ist wichtig, sich für die sozial Schwachen einzusetzen und sie nicht noch mehr an den Rand zu drängen.» Müde ist die 72-Jährige noch lange nicht.

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