«Persönlich»: Bücher und rote Karten

Er ist einer der beliebtesten Schweizer Schriftsteller. Sie ist Schiedsrichterin des Jahres 2013. Beide brauchen bei ihrer Arbeit viel Ausdauer und ab und zu eine dicke Haut: Esther Staubli und Lukas Hartmann. Am Sonntag sind sie zu Gast bei Katharina Kilchenmann in der Sendung «Persönlich».

Er ist Autor und Bundesratsgatte

Lukas Hartmann mit Hut. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lukas Hartmann. Keystone

Lukas Hartmann konnte eben seinen 70. Geburtstag feiern. Und anstatt seine Altersweisheit zwischen zwei Buchdeckel zu zwängen, erzählt er in seinem neusten Roman eine echte Abenteuergeschichte: Lars haut aus dem Kinderheim ab und sucht seine Mutter in Indien. Ein «Dschinn» begleitet ihn und hilft ihm in der Not. So wird das Unmögliche möglich und das Fantastische wird ganz real.

«Ich habe die Geschichte zweimal geschrieben, weil mir die erste Fassung nicht wirklich gefallen hatte.» Dabei wechselte er die Perspektive und schrieb aus der Sicht des Jungen. Das Resultat ist eine spannende Reise in die unterschiedlichsten Lebenswelten.

Zwischen Fantasie und Realpolitik

Während Hartmann in die fantastischen Welten seiner Romanfiguren eintaucht, macht seine Frau, Simonetta Sommaruga, als Bundesrätin Realpolitik. «Manchmal ist das eine echte Herausforderung. Aber wir tauschen uns auch viel aus über unsere Arbeit, was natürlich enorm spannend ist.» Und bis jetzt sei es ihm immer wieder gelungen, seine innere Freiheit als Autor zu bewahren, trotz seiner Rolle als Bundesratsgatte.

Sie ist die Chefin auf dem Platz und im Stall

Esther Staubli mit dem Pokal für die Schiedsrichterin des Jahres 2013 in der Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Esther Staubli. Keystone

Esther Staubli machte nach der Matura ein Bauernlehrjahr, studierte Agronomie und ist heute Dozentin für Tierhaltung an einer Landwirtschaftsschule. Und natürlich ist sie viel unterwegs als Fussaballschiedsrichterin. «Es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bringen», sagt sie. «Spiele auf hohem Niveau zu leiten, bedeutet sehr viel Aufwand.» Auch ihre eigene Fitness ist ein wichtiger Faktor. «Eine Schiedsrichterin muss fit sein. Da reicht tägliches Joggen nicht.»

Sie pfeift auf Vorurteile

Offensichtlich gelingt es Esther Staubli, sich in der Männerdomäne Fussball durchzusetzen. Angefangen hat sie ihre Fussballkarriere als Stürmerin, dann rückte sie nach hinten und war schliesslich in der Verteidigung, bis sie im Jahr 2000 die Seite wechselte und Schiedsrichterin wurde. Laufstark müsse man sein, regelfest, klar und energisch. «Dann macht es keinen Unterschied, ob ich ein Frauen- oder Männerteam pfeife. Und Fussball ist längst nicht mehr nur Männersache.»

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