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Schweizer Mundart «Äuä, henusode, ned jufle, ned täubele, nor ned überuttere»

Aabändle, boosge, chafle, fägnäschte, lafere, schnöigge, töibele, zöikle – unsere Mundart ist reich an wunderbaren Ausdrücken. Wir haben Ihre Lieblings-Mundartwörter gesammelt. Slam-Poet Kilian Ziegler hat daraus eine originelle Geschichte gebastelt. Choge guet.

Legende: Video Mundartgeschichte von Kilian Ziegler abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
Aus Radio SRF 1 vom 18.10.2018.

Wir lieben unsere Mundart. Wir sprechen, singen, träumen, schimpfen und schreiben so, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Wir verfassen ganz selbstverständlich Mundart–SMS, wir hören Mundart-Rap oder lesen Mundart-Bücher. Möglich, dass der Mundart-Boom eine Art Gegenbewegung ist zur Globalisierung, aber Schwiizerdütsch gehört sowieso zu unserem Alltag. Und wir sind stolz, diese oder jene Mundart zu sprechen.

Gleichzeitig gibt es Menschen, die sich über Anglizismen und Teutonismen ärgern und das Verschwinden von älteren Mundartwörtern beklagen. Die Generation, die noch den Wortschatz des Handwerks und der Landwirtschaft kannte, stirbt langsam aus. Und unsere Mobilität macht, dass sich unsere Dialekte vermischen und starke Merkmale abgeschwächt werden.

Üsi Sprach lebt

Natürlich weiss kaum noch jemand, was ein «Schleipftrog» ist (ein langsamer Mensch). Früher stand dies für: Brems-, Hemmschuh für eisenbereifte Holzspeichenräder. Oder warum jemand «uupasst wienen Häftlimacher». Das heisst: auf der Hut sein, vorsichtig sein. Es kommt vom ausgestorbenen Handwerk Häftlimacher = Haftenmacher. Auch «Chnuupesaager», «Chleechue», «Schutzgatter» oder «Giizgnäpper» verschwinden langsam aus unserem Wortschatz.

Unsere Mundart ist aber nach wie vor lebendig und wir passen sie laufend unserer (digitalen) Lebenswelt an, damit sie weiterhin für jedes Gespräch tauglich bleibt. Wir «sörfen», «äsämäslen», «töggeled ine» und «fahred abe». So ist unser Leben, so ist unsere Sprache, mit der wir heute kommunizieren.

Chäibe, choge, huere, mega, voll schön ist unsere Mundart

Es gefällt uns, wenn wir mit Lo und Leduc mitsingen können: «079 het si gseit / du weisch immer no nüt, het sie gseit / nidmau tschüss het sie gseit / und i frage si ob ig ihri – tüt tüt tüt het si gseit tüt tüt ….». Wir lesen «Der Goalie bin ig» von Pedro Lenz, gehen ins Kino und sehen Schweizer Mundartfilme. Alles gut.

Okay – es tut uns schon etwas leid um die schönen Wörter, die wir nicht mehr brauchen. Dann holen wir sie aus unserer Wortschatz-Truhe.

Hier ein paar Beispiele von A-Z: Aaheuel, bigoscht, Chacheli, drii-bäägge, efang, Fägnäscht, Gschtelasch, Hundsverlochete, iipfuuse, kömerle, lafere, Mürggel, Näggi, oobtue, Prelaaggi, Quädi, rumpelsurig, stigelisinnig, töibele, ufesemele, vertrüdele, welewääg, Xottnigs, Ylp, zöisle.

Mann vor einer Wand mit gelben Zetteli.
Legende: Tausende Mundartwörter: Slam Poet Kilian Ziegler vor seiner Herkulesaufgabe: Er bastelt aus den eingesendeten Lieblingsmundartwörter der SRF 1–HörerInnen eine Geschichte. SRF