So tickt die Schweiz: Das sind die schrägsten Macken im Land

Eine kleine Macke haben wir doch alle. Dazu zu stehen und davon zu erzählen verlangt etwas Mut, tut letztlich aber allen gut: Man kann gemeinsam darüber schmunzeln und stellt schnell fest, dass eben jeder von uns ein wenig speziell ist. Willkommen zur unterhaltsamen Gruppentherapie!

Die Macken und Marotten der SRF 1-Hörerinnen und Hörer

Ordnung muss sein, irgendwie. Bei einem Blick auf die Bildergalerie fällt schnell auf, dass viele Hörerinnen und Hörer gerne noch etwas mehr Struktur in ihren Alltag bringen, als objektiv betrachtet nötig wäre. Aber wenn alles so ist, wie es nach dem eigenen Gefühl sein soll, dann tut das eben gut. Was komisch und was kultig ist, liegt ja auch ein wenig im Auge des Betrachters.

«  Ich habe keine Macken, das sind Special Effects! »

Hörerin Daniela Luchsinger
Dieser Spruch ziert ihre Wohnung

Beat Schlatter mit iPad. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beat Schlatter betrachtet die Galerie der Macken. SRF

Wir haben eine Woche lang ihre Einsendungen zum Thema gesammelt und uns natürlich auch an die eigene Nase gefasst: Die Macken der SRF 1-Moderatorinnen und Moderatoren finden Sie hier. Welche Hörer-Macke aber ist die speziellste? Wir haben Beat Schlatter als Kabarettist, Schauspieler und Autor zum Spezialisten für Besonderheiten der Spezies Mensch erkoren. Er hat unsere Top-10-Vorauswahl unter die Lupe genommen und mit Kennerblick die drei schrägsten Spleens gewählt.

Beat Schlatter kürt die Top 3 der Macken

Eine subjektive und makellose Macken-Wahl, die bei den vielen schönen «Mödeli» im Angebot nicht leicht war. Hier gibt es die Favoriten der Redaktion in der Übersicht.

Die Top 10 der Macken

Name
Macke
Hans
Villars
Meine Macke ist die erste binomische Formel: a2 + 2ab + b2. Immer wenn ich auf dem Hüsli sitze und sich vis-à-vis von mir eine Wand mit quadratischen Kacheln befindet, rechne ich diverse Zahlenbeispiele durch.
Reini DebrunnerSeit mehr als 20 Jahren ist mein Bär mein ständiges Maskottchen und
Markenzeichen. Er begleitet mich auf dem Beifahrersitz und trägt
ordnungsgemäss immer einen Sicherheitsgurt.
Markus Bürgler
Steht bei Rot ein Auto vor mir an der Ampel, dann beginne ich sofort auszurechnen, ob die Schildnummer eine Primzahl ist oder nicht.
Raffaela BredaWenn ich Smarties esse, schütte ich die Rolle auf den Tisch, sortiere
sie nach Farbe von gelb (oben in einer Linie) bis braun (ganz unten),
möglichst in Regenbogenfarben-Reihenfolge. Ich esse von oben nach unten
immer von der Linie aus, wo eines zu viel ist.
André BronBeim Wäsche aufhängen suche ich immer Klammern, die farblich zur Wäsche passen. Sind keine passenden vorhanden, nehme ich zwei unterschiedliche Farben, die gemischt wieder zum Wäschestück passen.
Isolde Schulz-VeigelBei der Entnahme von Eiern aus der Schachtel setze ich die restlichen Eier so um, dass sich möglichst ein Muster ergibt. Zick-Zack-Muster freuen mich besonders.
Marco
Loretan
Mein Tick hat mit Schnapszahlen zu tun: Ungefähr seit meinem 55. Altersjahr stehe ich tagein tagaus, Sommer und Winter, um 5.55 Uhr auf. Ich brauche keinen Wecker; etwa viertel vor Sechs erwache ich und warte dann noch bis 5.55 Uhr.
Franziska SchulerBeim Einkaufen achte ich darauf, dass ich den «Warentrenner» auf dem Förderband mit dem Spruch auf der richtigen Seite hinlege.
Beat Reichlin

Ich sage die Zahl auf dem Nummernschild bei jedem vorbeifahrenden Fahrzeug auf Italienisch, manchmal auf Französisch und auch auf Englisch. Bei Gelegenheit in allen drei Sprachen.
Tanja Christ Mein Tick ist es, überall die Buchstaben zu zählen. Sei es während
dem Fernsehschauen, beim Radio hören oder wenn mir langweilig ist.

Man kann sich alles schönreden und über Macken herzhaft lachen, aber irgendwo im Hinterkopf spukt doch die Frage herum: «Bin ich eigentlich normal?» Dr. Christine Poppe, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, kann die meisten Treppenzähler und Altpapier-Sortierer beruhigen. Sorgen müsse man sich in der Regel erst machen, wenn man aufgrund der Macke seinen Alltag nicht mehr bewältigen könne und soziale Kontakte darunter leiden würden.

Solang das nicht der Fall ist, ist trotz Macken, «Mödeli» und Marotten meist alles in Ordnung. Eine gewisse Ordnung pflegt auch Hans Briner aus Chur, der seine Macke in der Audiogalerie verrrät – auch wenn seine Ordnung von anderen als Unordnung ausgelegt werden könnte.

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