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Steintreppe der Burg Bärenfels
Legende: Als ob sie direkt in den Himmel führe! Eine Felstreppe der ältesten Bauphase der Burg Bärenfels im Kanton Baselland. SRF
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Sportliche Ausflugstipps Diese Treppen müssen Sie bezwungen haben

Treppen verändern den Blickwinkel, Treppen führen schnurstracks auf ein höheres Niveau, Treppen lassen Herzen schlagen und Lungen pumpen: Treppen sind eine perfekte Kombination von Erleben und Bewegen. Besonders, wenn man dabei Kultur oder Natur zu sehen bekommt.

Ob normgetreu oder schrittbrechend, ob saubergeputzt oder unkrautübersät – Treppen finden sich in der Schweiz an vielen möglichen und unmöglichen Orten. In allen Formen und Farben. Schon für eine besondere Treppe im Freien kann sich ein Ausflug lohnen. Und weil eine Treppe immer irgendwohin führt, ist auch der Umschwung interessant.

Diese Ausflugstipps sind nur eine kleine Auswahl an Schweizer Outdoor-Treppen. Was ist Ihre Lieblingstreppe? Wir freuen uns auf Ihren Geheimtipp im Kommentarfeld!

1. Die Alltägliche – St. Gallen

In St. Gallen gehören Treppen zum Stadtbild. Die Stadt liegt zwischen dem Rosenberg im Norden und dem Freudenberg im Süden. Eine Topographie, die der Stadt den Übernamen «Stadt der Tausend Treppen» gebracht hat.

Die Stadt St. Gallen

Sechs St. Galler müssen sich eine Stufe teilen

Mit 529 Stufen ist der Falkenburgweg die längste der rund 140 St. Galler Treppen. Wenn man so will, kann man ihr Design als typisches St. Galler-Treppen-Design bezeichnen: Ein Holzrahmen, der mit einer Kiesmasse gefüllt wird.

Würde man sechs St. Galler auf je eine der 13 000 Treppenstufen stellen, hätten alle knapp 80 000 Einwohner der Stadt Platz, rechnet «Stägestadt St. Gallen» vor. Die St. Galler Treppen sind aber nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Besucher.

Kultur und Erholung

Wer schon mal in St. Gallen ist, darf sich die Stiftskirche und die Stiftsbibliothek nicht entgehen lassen. Zum Ausruhen bietet sich das Naherholungsgebiet «Drei Weihern», oberhalb des Stadtzentrums von St. Gallen am Nordhang des Freudenbergs, an. Die Weiher wurden im 17. Jahrhundert für die Textilindustrie künstlich angelegt.

2. Die Sportliche – Olten

Das 1000er-Stägli ist weit über seine Heimat bei Olten bekannt. Als Trainingstreppe. Der Gigathlon hat schon die 1 150 Stufen hochgeführt und jährlich kann man sich beim 1000er-Stägli-Lauf mit den Schnellsten messen.

Das 1000er Stägli

Früher ging’s schnell abwärts

Das Stägli, das schnurgerade auf den Hügel führt, war früher eine Unterhalttreppe für das Pumpspeicherkraftwerk am Born. Mit überschüssiger Energie des Flusskraftwerks Ruppoldingen wurde von 1904 bis 1960 Aarewasser in das 300 Meter höher gelegene Speicherbecken gepumpt. Neben der Treppe schoss das Wasser in einem Rohr bei Bedarf abwärts und erzeugte seinerseits Strom.

Heute sind nur noch Überbleibsel des Kraftwerks zu sehen. Die Treppe ist dank einigen Freiwilligen jedoch in perfektem Zustand.

Heute geht’s fast so schnell aufwärts

Die 1 150 Stufen verteilt auf 244 Höhenmeter und 515 Meter Distanz bringen jede Läuferin und jeden Läufer an seine Grenzen. Doch auch die unterschiedlichen Stufenhöhen und -tiefen haben es in sich: Spätestens bei Stufe 800 wird es nochmals so richtig steil und die Stufen entsprechend höher.

3. Die Ritterliche – Kyburg/ Winterthur

Vom Bahnhof Sennhof-Kyburg herkommend, lädt an einem heissen Sommertag zuerst die Töss zu einem erfrischenden Bad ein. Wer den Wanderweg in Richtung Kyburg links liegen lässt und auf der Fläche dem Waldrand oder der Töss entlang in Richtung Holzbrücke geht, sieht den Umriss der Kyburg schon von weitem.

Der Weg zur Kyburg

Im Wald und trotzdem schweisstreibend

Bei der Holzbrücke über die Töss beginnt der «Waldlehrpfad der Staatsförsterei Kyburg». Und damit ein Treppenweg mit fast 500 Stufen und 155 Höhenmetern. Die Stufen sind unregelmässig und erfordern viel Aufmerksamkeit. Und besonders das letzte Zickzack-Stück ist ziemlich steil.

Belohnt wird der Aufstieg damit, dass die Wanderer plötzlich vor dem Schloss Kyburg stehen. Der Schlossgarten, der Ringmauerweg und natürlich das Museum Schloss Kyburg machen die Strapazen von vorher vergessen.

Oben an der Treppe ist es immer schön

Aber nicht nur das Schloss (erste Erwähnung 1027), sondern ganz Kyburg scheinen einem anderen Jahrhundert zu entspringen: Die gepflegten Riegelhäuser, bunten Blumengärten und plätschernde Brunnen zeigen, dass es sich immer lohnt, das obere Ende einer Treppe zu erkunden.

4. Die Schweizerische – Bauen/ Urnersee

Die Zentralschweiz hat 1987 abgestimmt: Nein zur Landesausstellung CH91 anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweizer Eidgenossenschaft. Das bedeutete gleichzeitig auch Nein zum «Weg der Schweiz» um den Urnersee. Ein paar Unbeugsamen ist es zu verdanken, dass dieser 1991 doch zustande gekommen ist und von sämtlichen Kantonen mitgestaltet und finanziert wurde.

Auf dem Weg der Schweiz

Fast perfekt genormt

Ein Herzstück des Weges ist die Treppe von Bauen nach Wissig bei Seelisberg. Über ursprünglich 965 Stufen gelangen die Wanderer von den Palmen an der «Urner Riviera» (Bauen), über Wiesen und Waldstücke zirka 250 Höhenmeter aufwärts bis nach Wissig bei Seelisberg. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zum geschichtsträchtigen Rütli.

Die Treppe bei Bauen ist aber nicht nur schweizerisch, weil sie auf dem «Weg der Schweiz» liegt. Sie ist auch schweizerisch, weil sie, obwohl eine Naturtreppe, sehr regelmässig, fast genormt und damit sehr angenehm zu gehen ist.

Bernhard Russi, Pferde, Militär

Für den Bau der Treppe erhielten die Projektleiter Hilfe vom Schweizer Militär, samt Pferden und Mauleseln, und Bernhard Russi als Zivildienstler. Bernhard Russi zeichnete die Treppe, die Pferde und Maulesel trugen tonnenweise Steine die Treppe hoch und die Handwerker der Füsilier-WK zimmerten die Stufen.

5. Die Eiserne – «Echelles de Graitery», Moutier

Treppe oder Leiter? Leiter oder Treppe? Die «Echelles de Graitery» über Moutier können als beides gedeutet werden.

Echelles de Graitery

Lieber aufwärts als abwärts

Zwar sind es nur 103 Stufen, doch nach dem bereits steilen Zickzack-Aufstieg von Moutier bis zum Treppenanfang, kommt man auf der steilen Treppe definitiv ausser Atem. Aufwärts sind die eisernen Stufen gut machbar. Abwärts sollte man vom Handlauf Gebrauch machen, denn die Aussicht über Moutier könnte ablenken.

Die weiss-rot-weisse Bergwanderweg-Signalisation der Treppe bedeutet, dass die Wanderer trittsicher, schwindelfrei und in guter körperlicher Verfassung sein, sowie die Gefahren im Gebirge kennen müssen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit einer typischen Jura-Landschaft belohnt.

Durch Felsen und über Weiden

Oben angekommen, führt der Wanderweg durch ein Felstor. Dahinter öffnet sich der Blick und der Wanderer tritt auf eine saftige, blühende Wiese.

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