Tschüss Eigennutz! Die Schweiz arbeitet freiwillig

Sei es im Fussballclub, im Frauenchor oder in der Pfadi: Jede fünfte Person, die in der Schweiz wohnt, leistet Freiwilligenarbeit. Im Durchschnitt geben wir eineinhalb Stunden unserer Freizeit dafür her. Was auffällt: Personen, die auf dem Land leben, sind eher bereit, gratis zu arbeiten.

Blanc steht vor einem Buch und trägt eine weiss/rote Pfadi-Binde um ihren Hals. Sie hat schwarze, lange Haare. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Barbara Blanc ist Präsidentin der Pfadi-Bewegung in der Schweiz – ein unbezahlter Job. SRF

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«Wir sind die Schweiz»

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Die Schweizer Meister der Freiwilligenarbeit stammen aus der Ostschweiz. Laut Bundesamt für Statistik engagieren sich dort 21,3 Prozent der Bevölkerung in einem Verein, einem Club oder ähnlich. An zweiter Stelle liegt die Zentralschweiz (20,9 Prozent), gefolgt vom Mittelland (20,4 Prozent). Doch egal, wie hoch die Prozentsätze regional variieren, zeigt die Statistik eindeutig auf: Ohne Freiwilligenarbeit könnten viele Vereine gar nicht funktionieren.

«  Wer Eltern hat, die in einem Bereich freiwillig arbeiten, der bekommt das mit. »

Barbara Blanc
Präsidentin der Pfadi-Bewegung Schweiz

Freiwilliges Engagement prägt also unsere Gesellschaft. In der Pfadi zum Beispiel, wo Barbara Blanc seit 2014 viele Gratisstunden als Präsidentin investiert. «Freiwilligenarbeit ist für mich normal. Ich mache sie, seit ich 19 Jahre alt bin», sagt sie. Es wäre ihr wohl langweilig, würde sie nicht nebenbei noch freiwillig arbeiten. «Wer Eltern hat, die in einem Bereich freiwillig arbeiten, der bekommt das mit.»

Mehr Frauen als Männer ehrenamtlich im Einsatz

Die 42-jährige Ostschweizerin ist ein gutes Beispiel für die freiwilligen Helferinnen und Helfer in der Schweiz. So zeigt die Statisik des Bundes, dass sich prozentual mehr Frauen als Männer gratis engagieren.

Und je älter man wird, umso eher ist man bereit, die eigene Zeit der Gesellschaft zu widmen. Heute ist fast jede und jeder dritte Pensionierte irgendwo gratis am aushelfen – sei es im Verein oder in der eigenen Familie. Kinderhüten zählt nämlich ebenso zur Freiwilligenarbeit.

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