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Legende: Ré Soupault war Bauhausschülerin, Modedesignerin in Paris, Fotografin in Paris und Tunis und Journalistin in New York. Manfred Metzner
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20. August 2021 Ré Soupault – eine Avantgardekünstlerin in Basel

Ré Soupault lebte in Berlin, Paris, Tunis, New York – und beinahe zehn Jahre in Basel. In ihrer ersten Lebenshälfte verkehrte sie in den Kreisen des Bauhauses, war kurz verheiratet mit Hans Richter, befreundet mit Man Ray, Fernand Léger, Gisèle Freund – und strandete in ihrer Lebensmitte in Basel.

Der Streifzug im Überblick

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  • Datum: Freitag, 20. August 2021
  • Pauschalpreis pro Person: CHF 145.– (inkl. Mittagessen und Kaffeepause)
  • Mindest-/Maximalbeteiligung: 16/22 Personen
  • Anmeldeschluss: 20. Juli 2021
  • Hier geht es zur Anmeldung.

Ré Soupault (1901–1996), als Meta Erna Niemeyer in Pommern geboren, erfand sich in ihrem Leben mehr als einmal neu. Die Bauhaus-Schülerin war Teil der Avantgarde in Berlin, Mode-Designerin in Paris, Fotografin in Paris und Tunis, Journalistin in New York. Nach Jahren des Exils, in einer persönlichen Krise, kam sie dank ihrer Freundin Lisa Tetzner nach Basel. Im Auftrag der Büchergilde Schweiz übersetzte sie das «Journal des années de guerre 1914 – 1919» von Romain Rolland, das bis heute in der Universitätsbibliothek liegt.

Legende: Selbstporträt, Tunis 1939. Pro Litteris, Zürich

Mit der Übersetzung der «Chants de Maldoror» des Comte de Lautréamont wagte sie sich an den Urtext der französischen Surrealisten, der als unübersetzbar galt. Grosse Anerkennung und weitere Übersetzungsangebote waren die Folge. Ré Soupault, 50-jährig, mischte sich unter die jungen Studierenden und besuchte Vorlesungen und Seminare bei Karl Jaspers. Diese Begegnung und Auseinandersetzung führte sie aus einer Sackgasse, wie sie selbst bezeugte. Gleichzeitig begann sie als Radio-Essayistin für Radio Basel und den deutschen Rundfunk zu arbeiten.

In Soupaults Biografie spiegeln sich nicht nur die Schwierigkeiten einer nach Unabhängigkeit strebenden Frau im 20. Jahrhundert, sondern auch die politischen Verwerfungen der Epoche. Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel stellt Ré Soupault zum ersten Mal in der Schweiz vor. Die Themenfelder «Bauhaus und Avantgarde», «Mode», «Fotografie», «Flucht und Exil», «Journalismus», «Übersetzen» und «Radio» dokumentieren das Leben und Wirken dieser faszinierenden Persönlichkeit.

Manuskripte und Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Fotos legen ihre Arbeitsweise und ihren Alltag in Basel offen. Modezeitschriften, Kleidermodelle, Kurzfilme und persönliche Gegenstände erweitern den Einblick in ihr Werk und ihr Leben. Ausgewählte Passagen aus Radiobeiträgen machen Soupaults Stimme hörbar. Und das Velosolex in der Ausstellung steht für ihre Reiselust und die abenteuerlichen Fahrten, die sie von Basel aus unternahm.

Legende: Selbstporträt, Basel 1950. Pro Litteris, Zürich

Die Kuratoren der Ausstellung, Martina Kuoni und Manfred Metzner, bringen Ihnen Ré Soupault auf vielfältige Weise nahe. Manfred Metzner ist Nachlassverwalter von Ré Soupault und Verleger des Verlags Das Wunderhorn in Heidelberg. In den letzten 20 Jahren sind in diesem Verlag zahlreiche Publikationen über die Fotoarbeiten von Ré Soupault sowie Essays und Lebenserinnerungen von ihr erschienen.

Nach dem Spaziergang auf Spuren der Künstlerin in der Basler Altstadt und dem Mittagessen folgt ein Gespräch über Ré Soupault, ihre vielfältige Arbeit sowie die Umstände der aktuellen Ausstellung. Nach einer kurzen Kaffeepause besucht die eine Hälfte der Gäste anschliessend die Ausstellung unter Führung von Manfred Metzner, die andere Gruppe hört eine Lesung aus der eben erschienenen Publikation zu Ré Soupaults Zeit in Basel. Nach dem Wechsel der Gruppen endet das Programm gegen 17.15 Uhr.

Konzipiert und organisiert wird der Tag von Martina Kuoni, Germanistin und Literaturvermittlerin.

Das Reiseprogramm:

  • Individuelle An- und Rückreise
  • 10.30 Uhr:
    Begrüssung Eingang Theater Basel (vis-à-vis vom Tinguely-Brunnen).
    Spaziergang auf Spuren von Ré Soupault in der Basler Altstadt
  • 12.30 Uhr:
    Mittagessen in der italienischen Trattoria Aroma
  • 14.30 Uhr:
    Gespräch der Ausstellungskuratoren Martina Kuoni und Manfred Metzner
  • 15.15 Uhr:
    Kaffeepause
  • 15.45 Uhr:
    Besuch der Ausstellung/Lesung
  • ca. 17.15 Uhr:
    Ende der Veranstaltung

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