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Die Altstadt St. Gallens bei strahlendem Sonnenschein
Legende: In St. Gallen gibt es einzigartige Schätze zu bestaunen. Matthias Nutt
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SRF Kulturclub Streifzug am 7. September: Stiftsbezirk St. Gallen

«Mönche überliefern nichts, was nicht wichtig ist», antwortet Stiftsarchivar Peter Erhart auf die Frage, ob es aus der Geschichte auch Wissen gibt, das die Welt nicht braucht. «Für Trivialitäten war Pergament schlicht zu kostbar.»

Auf unserem Streifzug werden wir das wohl kostbarste Pergament des Stiftsbezirks zu Gesicht bekommen: das Original des St. Galler Klosterplans aus dem 9. Jahrhundert. Der Stiftsarchivar führt uns durch die beiden neuen Vermittlungsräume, die dieses Jahr im Gewölbekeller und im neuen Ausstellungssaal am Klosterhof eröffnet wurden. Die reiche Klostergeschichte wird hier mit modernen Mitteln aufgezeigt; digitale Medien treffen auf mittelalterliche Skriptoriumkultur, und der Klosterplan wird auf attraktive Weise inszeniert.

Der Streifzug im Überblick

  • Samstag, 7. September 2019
  • Pauschalpreis pro Person: CHF 119.–
  • Anmeldeschluss: 23. Augst 2019
  • Mindest- / Maximalbeteiligung: 17/25

Hier geht es zur Online-Anmeldung für den Streifzug

Das Dokument ist einzigartig: Trotz der vielen Bauwerke, die zu jener Zeit entstanden sind, ist kein anderer Bauplan aus dem frühen Mittelalter bekannt. Es ist die älteste überlieferte Architekturzeichnung des Abendlandes. Etwas jünger und ebenfalls noch erhalten ist einzig der Bauplan des Klosters Christchurch in Canterbury aus dem 12. Jahrhundert.

Eine detaillierte Zeichnung der Grundrisse des Klosters auf einem Stück Pergament.
Legende: Es ist die älteste überlieferte Architekturzeichnung des Abendlandes: der St. Galler Klosterplan. Stiftsbibliothek St. Gallen

Der St. Galler Klosterplan wurde von Mönchen auf der Insel Reichenau im Bodensee gezeichnet und stellt die ideale Klosterstadt dar. Benannt ist er nach dem Ort, für den er ursprünglich geschaffen wurde und in dessen Stiftsbezirk er bis heute liegt: St. Gallen.

Der Klosterplan hat eine bewegte Geschichte: Entstanden ist er aus fünf nach und nach aneinandergenähten Pergamentblättern. Die Rückseite wurde rund 400 Jahre später von einem Mönch dazu verwendet, das Leben des Heiligen Martin aufzuschreiben. An einigen Stellen scheint denn auch die Schrift durch. Nur wegen der Martinsgeschichte blieb der Plan erhalten – als unbeachtete Rückseite. Viele Faltungen und ein im 19. Jahrhundert fehlgeschlagener Restaurationsversuch gaben ihm sein heutiges Aussehen. Zu sehen sind u.a. die Grundrisse von rund 50 Gebäuden, darunter drei Brauhäuser – ein Hinweis auf die alte Brautradition der Stadt. Die Benediktinerabtei, in der Umberto Ecos Erstlingswerk «Der Name der Rose» spielt, entspricht im Prinzip dem St. Galler Klosterplan.

Ein Mann mittleren Alters lächelt freundlich.
Legende: Der Stiftsarchivar Peter Erhart. Stiftsbibliothek St. Gallen

Die Dauerausstellung «Wunder der Überlieferung» im neuen Ausstellungssaal am Klosterhof offenbart den reichsten klösterlichen Urkundenschatz Europas. Sie befasst sich mit der einmaligen Überlieferungsdichte von Dokumenten des Frühmittelalters in St. Gallen. Dabei stehen Rechtsdokumente, die im Stiftsarchiv erhalten geblieben sind, im Vordergrund. Darunter auch zwei Verbrüderungsbücher und das einzige überlieferte Professbuch der Karolingerzeit. Wechselausstellungen mit thematisch ausgewählten Urkunden geben Einblicke in die Lebenswelten des frühen Mittelalters. In einem eigenen Raum wird der berühmte St. Galler Klosterplan als Hauptattraktion der neuen Ausstellung präsentiert. Nach einer einführenden Multivision kann er jeweils einige Sekunden betrachtet werden. Das wertvolle Dokument muss aus konservatorischen Gründen vor zu starker Lichtexposition geschützt werden.

Ein Keller mit Ausstellungsgegenständen in Vitrinen.
Legende: Die Ausstellung im Gewölbekeller. St. Galler Stiftsbibliothek

Auf unserem Streifzug begleitet uns der Stiftsarchivar durch den Stiftsbezirk und die neuen Ausstellungen, wo es auf Schritt und Tritt Spannendes aus der langen, bewegten Geschichte des Klosters St. Gallen zu erkunden und erleben gibt. Hier werden alte Schätze modern inszeniert. Und hier ist der Klosterplan erstmals im Original zu sehen – umgeben von interessanten und berührenden Geschichten aus dem Alltag der Menschen vor 1200 Jahren. Nicht fehlen darf natürlich auch die Gastlichkeit, welche zur mittelalterlichen Klosterkultur gehörte: Im Klosterbistro im Innenhof gibt es zum Abschluss unseres Streifzuges ein Zvieri und ein kleines Geschenk. Konzipiert und begleitet wird der Nachmittag von Stiftsarchivar Dr. phil. Peter Erhart.

Programm

Individuelle An- und Rückreise

  • 14.00 Uhr
    Begrüssung durch Dr. phil. Peter Erhart, Stiftsarchivar
  • 14.00 Uhr
    Begrüssung durch Dr. phil. Peter Erhart, Stiftsarchivar
  • 14.15 Uhr
    Führung mit dem Stiftsarchivar durch den neuen Ausstellungssaal, den Gewölbekeller und die Stiftsbibliothek
  • 16.15 Uhr
    Zvieri im Klosterbistro im Innenhof
  • 17.00 Uhr
    Ende der Veranstaltung