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Mehrere Ordensfrauen stehen mit Regenschirmen in einem Garten.
Legende: Das Kloster Fahr hat sich stark geöffnet. Christoph Hammer
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SRF Kulturclub Streifzug durch das Kloster Fahr

1130 wurde das Frauenkloster im Fahr als «Dependance» des Klosters Einsiedeln gegründet. Als heute weltweit noch einziges Doppelkloster besteht das Fahrer Frauenkloster gemeinsam mit dem Männerkloster. Der Einsiedler Abt setzt jeweils auch die Priorin ein.

Altabt Martin Werlen ist den Fahrer Schwestern bis heute sehr zugetan. Er und Priorin Irene wollen vorleben, wie Gemeinschaft von Frauen und Männern in der römisch-katholischen Kirche aussehen könnte. Beide setzen sich für gelebtes Christentum ein und für eine Tradition, die nicht Altes verwaltet, sondern die Glut des Glaubens weiterträgt. Als Zeichen dafür übergab Martin Werlen 2009 noch als Abt der Priorin ein neues Konventsiegel, womit sie nun wieder eigene Rechtsgeschäfte tätigen kann.

Der Streifzug im Überblick

Freitag, 10. Mai 2019

Pauschalpreis pro Person: CHF 115.–

Anmeldeschluss: 26. April 2019

Mindest-/Maximalbeteiligung: 25/50 Personen

Hinweis: Die Teilnehmenden müssen gut zu Fuss sein (10 min. Fussmarsch).

Hier geht's zur Anmeldung.

Das Kloster Fahr hat sich stark geöffnet. Für ein einzigartiges Porträtbuch öffneten die Ordensfrauen ihre Türen. («Im Fahr – Die Klosterfrauen erzählen aus ihrem Leben», S. Bosshard-Kälin, Text, Ch. Hammer, Fotos).

Für diese Öffnung steht auch die heutige Priorin Irene Gassmann. Immer wieder meldet sie sich pointiert zu Wort und tritt für mehr Mitbestimmung von Ordensfrauen in der römisch-katholischen Kirche ein. Auch den Pilgermarsch nach Rom «Für eine Kirche mit den Frauen» unterstützte sie. Damit Kirche und Kloster eine Zukunft haben, musste sich das Kloster Fahr gleich mehrfach in der Geschichte neu erfinden.

2019 eignet sich für einen Streifzug auch deshalb ganz besonders gut, weil heuer dem 100. Geburtstag von Schwester Maria Hedwig gedacht wird, besser bekannt als Silja Walter. Die Schweizerin war eine der meistgelesenen christlichen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Gedichte wurden als Kirchenlieder vertont. Ihre Theaterstücke und Singspiele werden bis heute aufgeführt. Zusammen mit autobiographischen Schriften umfasst ihr Werk 11 Bände. Silja Walter lebte bis zu ihrem Tod 2011 im Kloster Fahr. Und ihr lebenslustiger Geist ist bis heute spürbar.

Fünf Ordensfrauen singen.
Legende: Christoph Hammer

Bücher von Silja Walter werden wir im Klosterladen ebenso finden wie zahlreiche der landwirtschaftlichen Produkte, darunter auch Wein, die die Klosterfrauen selbst produzieren: Ora et labora, bete und arbeite. Bis heute gilt die Benediktsregel in Fahr, und sie ist erstaunlich modern und wirkungsvoll geblieben. Mit dieser Regel konnten die Schwestern auch mit der Zeit gehen. 2013 gab man die Bäuerinnenschule auf, die fast sieben Jahrzehnte lang prägend war für die Deutschschweiz. Weitergeführt haben die Schwestern ihre Paramentenwerkstatt. Hier weben und nähen und designen sie alles, was an Textil in Gottesdienst und Kirchenraum gebraucht wird. Ein Handwerk, das wir auf unserem Rundgang auch bestaunen dürfen.

Eine ältere Frau näht.
Legende: Auch Textilarbeiten gehören zum Klosterleben. Christoph Hammer

Weil aber für die fleissigen Benediktinerinnen neben dem Arbeiten das Beten ja ganz zentral ist, werden wir unseren Streifzug dann auch mit dem Abendgebet in der barockisierten Klosterkirche abschliessen.

Konzipiert und begleitet wird der Nachmittag von SRF-Religionsredaktorin Judith Wipfler sowie von Susann Bosshard-Kälin, Redaktorin des Schweizer Museumspass.

Programm

  • Individuelle An- und Rückreise
  • 13.30–17.00 Uhr
    Klosterladen geöffnet (individueller Besuch)
  • 13.45 Uhr
    Begrüssung
  • 14.00 Uhr
    Gespräch mit Priorin Irene und Judith Wipfler, SRF-Religionsredaktorin, im Riegelhaus
  • 15.15 Uhr
    Kaffee und Kuchen im Restaurant «Zu den Zwei Raben»
  • 16.30 Uhr
    Führung Kloster Fahr
    Der Rundgang führt durch die Klosterkirche, in historische Räume, erlaubt einen Blick in den wundervollen barocken Kräutergarten und endet im Klosterladen. Dabei erhalten Sie zahlreiche Informationen zur Klostergeschichte und zu Leben und Arbeit der Benediktinerinnen. Der Klosterrundgang bietet zudem viel Wissenswertes zu Architektur und Kunstgeschichte.
  • 17.30 Uhr
    Ende der Veranstaltung
  • 17.45–18.15 Uhr
    Fakultative Teilnahme an der Vesper in der Klosterkirche mit den Benediktinerinnen

Zum Anmeldeformular geht's hier.