Best Dressed List 2014: Die neue Hitliste der Bestangezogenen

Das amerikanische Gesellschafts-Magazin Vanity Fair hat seine jüngste «International Best Dressed List» veröffentlicht. Und, oh Überraschung: In der meistens von Hollywoodstars dominierten Auswahl der elegantesten Menschen der Welt mischt neuerdings auch die europäische Monarchie wieder mit.

Jeroen van Rooijen, wer sind die grossen Siegerinnen?

Mit den diesjährigen Oscar-Gewinnerinnen Cate Blanchett und Lupito Nyong'o schwingen auch dieses Jahr zwei Hollywoodgrössen oben aus. Am besten gefiel den Stilwächtern der «Best Dressed List» des amerikanischen Mode- und Gesellschaftsmagazins «Vanity Fair» die Armani-Robe, die Blanchett an den «Golden Globes» trug.

Hängt das fast zwingend zusammen – Hollywood und die Best Dressed List?

Zwischen Hollywood und der International Best Dressed List gibt es zumindest eine starke Beziehung, und die ist historisch gewachsen. Die Liste wurde 1940 von der Modejournalistin Eleanor Lambert ins Leben gerufen, um den Ruf der amerikanischen Mode zu verbessern. Sie war ursprünglich also ein PR-Werkzeug im Dienste des amerikanischen Nationalstolzes. Über die Jahre wurde die Liste immer internationaler, aber natürlich hat sie bis heute eine stark amerikanische Prägung, nicht zuletzt durch Hollywood.

Seit zehn Jahren wird die Liste in der Vanity Fair veröffentlicht. Wer entscheidet denn, wer gut angezogen ist und wer nicht?

Ursprünglich war das die Erfinderin Eleanor Lambert selber, und ein Zirkel ihrer Vertrauten. Inzwischen befragt das Magazin Vanity Fair selbst einen ausgewählten Zirkel von Geschmacks-Sachverständigen, die es für kompetent hält, und diese dürfen ihre Stimmzettel einreichen. Wer das Ergebnis der Wahlen studieert, der sieht auf Anhieb, dass es keine Volkswahl ist, sonst sähe man auch hier Kim Kardashian, Lady Gaga oder Rihanna.

Wenn diese offensichtlichen Namen nicht drauf sind, wer dann?

Wenn man nicht sehr vertraut ist mit der amerikanischen Gesellschaft, werden einem aus europäischer Perspektive einige Namen recht fremd sein, etwa Vanessa Getty (eine Öl-Erbin und Philanthropin), Audrey Gelman (eine gut vernetzte PR-Dame), Vito Schnabel (Sohn von Künstler Julian Schnabel und Kunsthändler, obendrein Heidi Klums Freund) oder Miguel Baez (ein Ex-Stierkämpfer und Immobilienentwickler).

Welche Männer wurden dieses Jahr als gut angezogen ausgezeichnet?

Da wäre etwa der blasse Schauspieler Benedict Cumberbatch, der omnipräsente Musiker und Produzent Pharrell Williams oder der nicht minder medienwirksame Künstler Jeff Koons. In der Kategorie «Originals» wurde der stets in traditionellen Gewändern gekleidete König von Bhutan auf die Liste genommen. Und Karl Lagerfeld wurde gar in die «Hall of Fame» erhoben.

Die Best Dressed List 2014 birgt weitere Überraschungen – auch aus europäischer Sicht! Die Royals haben ein Comeback …

So wurden Herzogin Kate, die Gattin des Kronprinzen von Grossbritannien, Kronprinzessin Mary von Dänemark oder Königin Máxima aus den Niederlanden mit einer Nennung in der traditionsreichen Ehrengalerie der Eleganz bedacht und geben der europäischen Monarchie neues Gewicht.

Und warum nur die Frauen, nicht die Herren Könige und Kronprinzen?

Die Gatten der eleganten Royals bleiben dieses Jahr aussen vor: William, Frederik und Willem-Alexander machten der Jury offenbar keinen bleibenden Eindruck. Auch der spanische König Felipe fehlt. Mit etwas Wehmut erinnert man sich an den Duke of Windsor, einen der grössten männlichen Stilhelden des 20. Jahrhunderts. Solche Stilvorbilder fehlen den Männern zurzeit.