Cannes: Babys verboten

Da staunte die kanadische Filmproduzentin Lauren Grant nicht schlecht: Als sie einen Pavillion betreten wollte, wurde ihr ihre neun Monate alte Tochter Lennon abgenommen. Der Grund: erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

Die Verantwortlichen des Filmfestivals in Cannes machen immer wieder einmal von sich reden. Letztes Jahr gerieten sie in die Schlagzeilen, weil sie Frauen ohne High-Heels den Zugang zum Roten Teppich verwehrten. Dieses Jahr ist der «Skandal» ein anderer.

Lauren Grant, ihres Zeichens Filmproduzentin, nahm ihre neunmonatige Tochter zu den Feierlichkeiten ins südfranzösische Film-Mekka mit – zumindest versuchte sie es. Mit dem Baby im Gepäck holte sich Grant beim Registrations-Büro ihren Badge ab – nur um wenig später zu erfahren, dass das Baby ohne eigenen Ausweis keinen Zutritt zum kanadischen Pavillion habe. Dort sollte Grant später einige Besprechungen abhalten.

Lennon, Grants Tochter, musste draussen bleiben. Der Grund: Erhöhte Sicherheitsmassen plus Zutrittsverbot für Minderjährige. Doch das liess sich die Kanadierin nicht bieten und beschwerte sich beim Festivalchef höchstpersönlich. «Es muss doch einen Unterschied geben zwischen einem neun Monate alten Baby und einem Jugendlichen, der vielleicht 16 ist», erklärte sie dem «Hollywood Reporter». Und Grant hatte Erfolg – in ihrem Fall wurde eine Ausnahme gemacht. Die kleine Lennon erhielt einen eigenen Festivalpass und ist somit offiziell die jüngste Badge-Halterin in der Geschichte des Filmfestivals von Cannes.