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Aktuell Katzenvideos - «Das katzt mich an!»

Diese Woche war internationaler Katzentag. Ursprünglich gegründet, um an eine artgerechte Haltung der Tiere zu appellieren, ist das eine gute Sache. Leider ist der Weltkatzentag auch der Tag, wo Tausende ach so süsse Katzenvideos gepostet werden. Muss das sein?

Kleine Katze schaut zu einem Loch raus
Legende: Süsses Kätzchen Katzen im Netz lassen Herzen schmelzen. Wieso eigentlich? Colourbox

Als sich die ganze Welt das Video der «very angry cat», Link öffnet in einem neuen Fenster, der wirklich bösen Katze, angesehen hat, habe ich geschwiegen. Ging mich ja nichts an. Als Millionen von Menschen über irgendwelche lustige Katzen-Highlight-Videos, Link öffnet in einem neuen Fenster gelacht haben, ich habe geschwiegen. Bei all den Jööös und Jesses. Ich blieb still.

Aber jetzt lupfts mer dä Deckel!

«Es ist Weltkatzentag, dazu müssen wir unbedingt etwas machen», meint die nette Kollegin bei der Redaktionssitzung. Schon ziemlich aufgedreht. Fehlt nur noch ein Jööö oder Jesses. Nein, müssen wir nicht, denke ich noch bei mir, als sie sich auch schon direkt an mich wendet: «ein Katzenvideo, das wäre doch was für unseren Onlineartikel.»

Und plötzlich geht es mich etwas an

Denn ich bin heute für die Webseite von SRF 3 verantwortlich. Ich, der mit Katzen nichts anfangen kann, soll einen Artikel zum Weltkatzentag schreiben. Werde ich nicht. Auf keinen Fall. Und damit wir uns richtig verstehen. Ich habe nichts gegen Katzen. Ich esse sie auch nicht. Ich habe auch nichts gegen Katzenhalter. Und tu auch ihnen nichts (ehrlich!). Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man sich stundenlang Katzenvideos ansehen kann. All die Jööös und Jesses. Weshalb? Es sieht sich auch niemand stundenlang ein loderndes Kaminfeuer an. Oder Sonnenuntergänge auf Instagram. Sowas käme doch keinem in den Sinn.

Ich hab mal gelesen, Katzenvideos würden glücklich machen. Du meine Güte. Im Ernst? Ein gutes Essen mit Freunden macht glücklich. Oder ein Tag am Meer. Aber Katzenvideos?

Und noch während mich die nette Kollegin am Sitzungstisch anstrahlt, fälle ich eine Entscheidung: So wahr ich hier sitze, werde ich keinen Artikel zum Weltkatzentag schreiben. Punkt. Ende der Diskussion. All die Jööös und Jesses können mir gestohlen bleiben. Wobei. Wenn ich es mir so recht überlege...

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Michaela Schmid (Mitdenkerin)
    Geehrter Herr Wehrli, ja, Katzen machen glücklich... als lebendige, schnurrende, flauschige Fellknäuel auf dem Schoss! Sollten Sie mal ausprobieren! Gerne auch beim Sonnenuntergang... oder vor dem prasselnden Kaminfeuer. Aber diese Videos... 100% einverstanden: die sind echt zum Katzen!! Allemal, wenn die Katzen dabei verkleidet und vermenschlicht werden. Oder sogar in Wasser getaucht werden, damit sie "grumpy" dreingucken. Das ist dann nichts weniger als Tierquälerei. Schönen "Katzentag" noch!
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    1. Antwort von Roland Wehrli, SRF 3
      Danke für Ihren Kommentar, liebe Frau Schmid. Sie werden es nicht glauben, aber ich habe das tatsächlich schon ausprobiert. Allerdings sind bei mir die Glücksgefühle ausgeblieben. So sind wir Menschen halt verschieden, zum Glück. Aber bei den Katzenvideos sind wir uns weitgehend einig, auch wenn ich bei vielen dieser Videos nicht von Tierquälerei sprechen würde. Aber natürlich haben Sie recht, es gibt leider tatsächlich solche Fälle.
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