Pärchen am Herd = Krach in der Küche

Damit Liebe durch den Magen gehen kann, muss sie zunächst den gemeinsamen Gang in die Küche überleben: Wenn Pärchen zusammen am Herd stehen, geht das nicht immer gut. Ausgerechnet in einem Raum voller Messer kochen die Emotionen regelmässig über. Gefährlich. Eine Typologie.

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Bildlegende: Er schneidet - sie befiehlt. Klare Rollenverteilung in der Küche (kann) funktionieren. SRF 3

Umfrage

  • Welches Küchen-Paar seid ihr?

  • Friede, Freude, Eierkuchen – die Perfektionisten

    29%
  • Kampf der Kulturen – Pedant gegen Improvisationstalent

    30%
  • Kalter Krieg – die Küchen-Psychopathen

    6%
  • Dom und Sub - die klare Rollenteilung

    33%
  • 335 Stimmen wurden abgegeben

Paar 1: Friede, Freude, Eierkuchen – die Perfektionisten

Im perfekten Leben des perfekten Pärchens ist selbst gemeinsames Kochen ein Genuss. In inniger Umarmung wird dem Partner die Schürze umgebunden und das geplante Menu mit einem Kuss besiegelt, dann beginnt ein gut eingespieltes Ballett: Er würfelt Zwiebeln, sie tupft die Pouletbrust ab, Komplimente, Gewürze und Streicheleinheiten werden ausgetauscht. Nichts brennt an, gerührt wird mit Vorliebe Hand in Hand. Liebe und Bratenduft liegen in der Luft.

Die Kochinsel ist eine Oase der Glückseligkeit, man umtänzelt und verwöhnt einander mit kleinen Probierhappen, die hiiiiiiiimmlisch schmecken. Fehlt etwas Salz, würzen die beiden mit Freudentränen nach. In dieser Küche werden höchstens Eiweiss und Eigelb getrennt, mit Sicherheit keine Beziehungen. Nur neutrale Beobachter überkommt bei so viel zur Schau gestellter Harmonie der Drang, die beiden Turteltäubchen mit dem Fleischermesser zu tranchieren.

Paar 2: Kampf der Kulturen – Pedant gegen Improvisationstalent

Beide haben genaue Vorstellungen davon, wie es in der Küche zu laufen hat. Leider völlig entgegengesetzte. Während beim rezeptgläubigen Pedanten jeder Handgriff System hat und die Arbeitsfläche strategisch aufgeteilt ist, improvisiert der Partner munter drauf los. Da beide mit kritischen Bemerkungen und Sticheleien nicht sparsam sind, läuft die Diskussion schneller heisser als die Herdplatte.

Der Kampf um die Küchenhoheit entzündet sich an herumliegenden Kartoffelschalen, einer zu euphorisch portionierten Prise Salz oder schlechtem Timing beim Präparieren der Zutaten. Unwirsch wird Störendes beiseite geschoben, um Platz und Einflussbereiche gerungen. Die Botschaft jedes Handgriffs: Finger weg, lass mich das machen! Bevor das Essen fertig ist, feuert einer von beiden genervt den Kochlöffel in die Spüle und flieht aus der Küche.

Paar 3: Kalter Krieg – die Küchen-Psychopathen

Die Messer sind gewetzt, die Reviere abgesteckt, die Fronten verhärtet. Mordshungrig steht das Psycho-Pärchen in der Küche und nutzt jede Gelegenheit zur Eskalation. Der Friedensplan (er kümmert sich ums Fleisch, sie macht den Rest) geht nicht auf. Unvergessen der zähe Fleischlappen, den sie vor zwei Jahren mal serviert hat. Sein völlig verkochter Risotto am Abend, als ihre Eltern zu Gast waren – bis heute nicht vergeben.

Die Propagandamaschine läuft, ein Wort ergibt das andere und das hat Folgen: Anspannung führt zu Verunsicherung, Verunsicherung zu Fehlern, Fehler zu beissender Häme und Triumphgeheul. Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt. Aber vielleicht wollen die Küchen-Psychos das ja gar nicht. Denn klammheimlich gefällt ihnen die ständige Streiterei, diesen Satansbraten.

Paar 4: Dom und Sub - die klare Rollenteilung

In dieser Küche gibt es klare Regeln. Sehr klare Regeln. Denn die Talente zwischen ihm und ihr sind klar verteilt. Sie kann kochen. Er nicht. Und das wissen beide. Nur deshalb funktioniert diese Combo (meistens).

Ihr gelingen 5-Gang-Gerichte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Rezepte sind für Anfänger, sie mischt die Zutaten nach «bauchgefühl». Er; Typ liebevoller Ehemann, hilft trotzdem mit. Ordnet sich konsequent unter, schnappt sich Messer und Küchenbrettchen und schält, schneidet und liefert artig Gemüse und Co. an die Chefin.

Die Erfahrung hat ihn gelehrt, dass Fragen unangebracht sind und den Koch-Flow der Chefin unterbrechen. Einzige Schwierigkeit seiner Aufgabe: Eine Peperoni muss je nach Verwendung einmal in quadratische Stücke, in lange Streifen oder "Julienne" zugeschnitten werden. Fehler hierbei werden nicht toleriert.

Ach übrigens: Der Applaus der Gäste gilt einzig und allein - ihr. Er nickt anerkennend, und denkt sich den Rest.