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Aktuell Wenn Schamhaar so nass ist wie der Regenwald

... und der Mund so heiss, als wär Lava in den Wangen, dann haben Romanfiguren Sex. Der Sex mag für die Protagonisten fantastisch sein, aber die Textpassagen sind schlecht. Und dafür gibt's einen Preis: den «Bad Sex in Fiction Award». Wir stellen alle Nominierten vor. Und als Höhepunkt: den Sieger.

Der «Bad Sex in Fiction Award» wird seit 1993 verliehen – Jahr für Jahr, von der britischen Zeitschrift «Literary Review». Ziel des Preises sei es, «Aufmerksamkeit auf grobe, geschmacklose und oberflächliche Passagen von Sex-Beschreibungen im modernen Roman zu lenken.»

Ben Okri im Profil.
Legende: Der Preisträger: Schriftsteller Ben Okri. Keystone

Ein Blick auf die Gewinner- und Nominierten-Liste der letzten Jahre zeigt: Auch einige Bestsellerautoren sollten – wenn's um Sex geht – lieber schweigen als schreiben. So sah es die Jury auch dieses Jahr und verlieh den «Bad Sex in Fiction Award» an Ben Okri, der auch schon den hoch seriösen «Booker Prize» gewann. Aber so ist es eben im Leben – es gibt Höhe- und Tiefpunkte.

Andererseits sind Liebesspiele und Literatur immer auch Geschmackssache. Was die einen in die Flucht schlägt, versetzt andere in Ekstase. Wie geht es euch bei Ben Okris literarischem Erguss?

Adrift on warm currents, no longer of this world, she became aware of him gliding into her. He loved her with gentleness and strength, stroking her neck, praising her face with his hands, till she was broken up and began a low rhythmic wail … The universe was in her and with each movement it unfolded to her. Somewhere in the night a stray rocket went off.
Autor: Ben Okri, «The Age of Magic»Gewinner «Bad Sex in Fiction Award» 2014

3 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Braucht die Welt so etwas? Ich staune bereits nicht mehr über unsere fortschreitende Dekadenz. Quo vadis westliche Zivilisation?
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Aufmerksamkeit auf grobe, geschmacklose und oberflächliche Passagen von Sex-Beschreibungen zu lenken... , ungefähr so kommt es mir manchmal vor, wenn über die Erotik-Szene in den Medien berichtet wird. Und wie geschmacksloser, desto geiler ist es doch, wäre es nicht so, dann wäre doch wohl Einiges anders, als es sich präsentiert. Aber vielleicht liesse sich dann auch nicht so viel Geld damit verdienen. Nicht mit dem Sex, doch eher noch mit dem, was Einige daraus machen. Fast ununterbrochen.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Ja Ernst, als ich jung war hat es sich oft soo angefuehlt wie oben beschrieben... nur hatte man keine Worte dafur... aber Verlangen nach mehr. Heute ... sogar heute, ich bin 73 (igit denkst Du jetzt) fuehlt es sich manchmal so an.. Es ist jedenfalls poetischer als Beschreibungen von Folter Mord und anderem Tun!
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