Der 200-Tonnen-Bildschirm

Zur Eröffnung der Winterspiele in Sotschi sorgt ein Basler Unternehmen für Aufsehen: Es entwickelte eine mechanische Anzeige, die Gesichter der Sportfans abbildet – riesengross und in 3-D. Digital-Redaktor Lucius Müller wollte auch auf die Anzeige und hat dafür die Entwickler in Basel besucht.

Sie ziert den Pavillon eines der grossen Sponsoren in Sotschi und gehört zu den eindrücklichsten Attraktionen im Olympischen Park: Die kinetische Fassade der Basler Firma iart. Auf acht Metern Höhe und 18 Metern Breite bildet sie das Konterfei von Sportlern und Besuchern in 3-D ab. Und zwar räumlich: 10'000 Teleskopstangen sind im Einsatz, um die Gesichter in all ihren Dimensionen anzuzeigen. Der Effekt ist wie bei den vier US-amerikanischen Präsidenten, deren Köpfe in den Fels des Mount Rushmore geschlagen sind.

Die Kinetische Fassade zeigt die Gesichter dreier Personen an Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine bewegliche Anzeige von acht Metern Höhe und 18 Metern Breite: Die Fassade ist in ihrer Form einzigartig. Asif Khan/iart

Diese so genannten Aktuatoren können bis zu zwei Meter ausfahren, jeder von ihnen stellt einen Bildpunkt dar. So entsteht das Relief des Gesichtes – wie bei einem Nagelkissen. Die Besucher des Olympischen Parks in Sotschi können sich dafür auf dem Gelände in speziellen Fotoautomaten in 3-D ablichten lassen. Anschliessend wird ihr Konterfei zusammen mit denen grosser Sportler auf der Fassade angezeigt. Ganz zeitgemäss im Sinne eines monumental grossen «Selfie».

10'000 Pixel in Bewegung

Rund zehn Sekunden benötigen die Aktuatoren. um auf ihre maximale Länge auszufahren. Insgesamt bringt die gewaltige Anzeige stolze 200 Tonnen auf die Waage und nimmt bei Spitzenbelastungen bis zu 100'000 Watt Leistung auf. Trotz der eindrücklichen Dimensionen ist die Installation dank ihrer modularer Bauweise rückbau- und wiederverwendbar.

«  Wir missbrauchen Technologien aus anderen Bereichen gerne für mediale Zwecke.  »

Valentin Spiess
CEO iart

Konzept und Design hinter der Fassade stammen vom britischen Architekten Asif Khan, der schon für die Olympischen Sommerspiele in London zusammen mit dem Basler Unternehmen einen Pavillon entworfen hatte.