Die stärkste Spielkonsole aller Zeiten

Noch in diesem Jahr will Microsoft mit einer neuen Xbox-Spielkonsole auf den Markt kommen. Heute wurden neue Details zur technischen Ausrüstung bekannt, die aufhorchen lassen. Nach Sony ist nun auch Microsoft bei der Konsole zu einem neuen Upgrade-Modus übergangen.

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Bildlegende: Die Xbox Scorpio soll 4K-Gaming und ein ungetrübtes VR-Erlebnis möglich machen. Wie viel sie kosten wird ist noch offen. Flickr/portal-gda

Schon im Vorfeld hiess es, die Xbox Scorpio werde über einen Grafikprozessor mit einer Leistung von 6 Teraflops verfügen. Micrsosoft hat das nun bestätigt. Zum Vergleich: Der Prozessor der Xbox One bringt es bloss auf 1.31 Teraflops. Und bei Sonys derzeitigem Spitzenmodell, der Playstation 4 Pro, sind es 4.2 Teraflops.

Die Xbox Scorpio stellt so ziemlich alles in den Schatten: Der Hauptprozessor ist mit 2.3GHz getaktet (Xbox One: 1.75GHz, Playstation 4 Pro: 2.1GHz) und das Gerät verfügt über einen schnellen GDDR5 Arbeitsspeicher von 12GB (Xbox One: DDR3 8GB, Playstation 4 Pro: GDDR5 8GB). Diese Werte machen die Xbox Scorpio zur stärksten Spielkonsole, die es je gab und können sich auch mit der Hardware von hochgerüsteten Gaming-PCs messen.

Keine neue Konsolengeneration

Mit der Xbox Scorpio soll Gamen in 4K-Auflösung mit 3840x2160 Pixeln zum Kinderspiel werden. Ausserdem soll die Konsole ein ungetrübtes Virtual-Reality-Erlebnis möglich machen, was bisher nur mit einem leistungsstarken PC zu gelang.

Weil die Xbox Scorpio für Microsoft aber keine neue Konsolen-Generation ist, sondern nur die Xbox-Reihe technisch auf den neusten Stand bringen soll, werden die Games der Xbox 360 und der Xbox One auch auf dem neuen Gerät laufen – allerdings in weit besserer Qualität. Ob es auch Titel speziell für die Xbox Scorpio geben wird, ist noch nicht bekannt.

Zusammenarbeit mit den schärfsten Kritikern

Interessant ist, wie Microsoft die neuen technischen Daten der Xbox Scorpio publik gemacht hat. Der Konzern ging nicht selbst damit an die Öffentlichkeit, sondern liess die Tester von Digital Foundry, die zur Game-Webseite Eurogamer gehören, ein Exemplar der Xbox Scorpio genauer unter die Lupe nehmen.

Ein reines Gefälligkeitsgutachten war nicht zu erwarten: Digital Foundry hatte sich in den letzten Jahren grosse Mühe gegeben, die Xbox One als Konsole vorzuführen, die der Playstation 4 hardwaretechnisch unterlegenen ist. Dass es im Fall der Xbox Scorpio nun trotzdem zu einer exklusiven Zusammenarbeit kam, zeigt, wie grosses Vertrauen ist, das Microsoft in die Fähigkeiten der neuen Konsole hat.

Warten auf die E3

Noch nicht bekannt ist allerdings, wie das Äussere der Xbox Scorpio aussehen wird und unter welchem Namen sie schliesslich auf den Markt kommt. Auch der Preis und das eigentliche Verkaufsdatum sind noch offen. Man kann aber davon ausgehen, dass das Gerät noch vor Weihnachten 2017 erhältlich seinw wird. Microsoft wird diese Fragen wohl an der Games-Messe E3 beantworten, die am 13. Juni beginnt.

Konkurrent Sony hat das Update der Playstation bereits im letzten September vorgestellt und noch vor Weihnachten in die Läden gebracht. Auch bei der Playstation 4 Pro handelt es sich nicht um eine neue Konsole, sondern um ein Upgrade zur Playstation 4, die damals erst drei Jahre alt war.

Damit haben sich die beiden grossen Konsolenhersteller – vorerst jedenfalls – vom klassischen Veröffentlichungsmodus verabschiedet, bei dem eine Generation gut sieben Jahre dauert – für Game eine Ewigkeit, in der sich nichts Grundlegendes an der Hardware des Geräts ändert.