Serien-Junkies sollen einfacher zu ihrem Stoff kommen

«Teleboy Serien» bringt Highlights wie «Breaking Bad» auf den (Computer-)Bildschirm, noch bevor sie im TV oder auf DVD zu sehen sind. Dabei zeigt sich: Dank Internet braucht es keine Senderketten mehr, die Inhalte zum Publikum bringen.

Die Figur Jessie Pinkman aus der Fernsehserie «Breaking Bad» richtet eine Pistole auf den Betrachter Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Breaking Bad»: Wer das Finale der Drogen-Serie sehen wollte, musste sich in der Schweiz bisher auf Internet-Downloads verlassen. AMC

Mit etwas über 40 Serien im Angebot startet Teleboy seinen Dienst. Darunter Highlights wie «Breaking Bad» oder Serien, die bei uns noch überhaupt nicht im Gratis-TV zu sehen waren – «Justified» oder «Pan Am» etwa. Die meisten Titel gibt es in HD zu sehen, in Deutsch und wahlweise in der Originalversion.

«Teleboy Serien» lässt an das Angebot von Netflix denken, das in den USA und einigen anderen Ländern Online-Zugriff auf Filme und Serien bietet. Mit über 300 Serien ist der Netflix-Katalog viel umfangreicher als der von Teleboy, doch auch das Schweizer Angebot soll wachsen. Bereits hat Teleboy ein Dutzend weitere Serien angekündigt; später sollen die Nutzer mitbestimmen, welche Titel als nächstes dazukommen

Einfacher als halblegale Downloads

Zielpublikum des Angebots, das gut 15 Franken im Monat kostet, sind junge Leute bis Mitte 30. Also genau die Gruppe, die dank Bittorrent-Downloads und ähnlichen Techniken recht genau weiss, wie man auch kostenlos zu seinem Serien-Fix kommt.

Das sorgt Teleboy-Chef Karim Zekri aber nicht: Bei der Präsentation des neuen Angebots lobt er dessen Einfachheit und den Vorzug, dass man sich damit nicht in einem rechtlichen Graubereich bewege. Ausserdem sei es mit «Teleboy Serien» einfach möglich, seine Serien auch auf mobilen Geräten zu schauen.

Egal auf welchem Bildschirm?

Bislang funktioniert das Angebot auf Mac- und Windows-PCs und mobilen Geräten von Apple. Android-Geräte sollen bis Ende Jahr dazukommen. Ausserdem soll es möglich werden, die Inhalte per Smart-TV-App, Apple Airplay oder Media-Center auf den grossen Bildschirm zu bringen.

Doch gerade jüngeren Leuten sei es ziemlich egal, meint Zekri, auf welchem Gerät sie eine Serie schauen. Manchen genüge selbst der kleine Bildschirm eines Smartphones. Auf mobilen Geräten lassen sich die Teleboy-Serien auch herunterladen und innerhalb von 30 Tagen offline schauen, sollte einmal kein Internetempfang verfügbar sein.

Inhalte brauchen keine Senderketten

Gut zwei Jahre lang habe Teleboy mit Studios und Rechteinhabern über den Zugang zu Serien-Inhalten verhandelt, so Zekri. Eine ganz neue Erfahrung für ein Internet-Unternehmen, das bislang bloss bestehende Inhalte der Fernsehsender ins Internet brachte – so wie es zum Beispiel Zattoo oder Wilmaa auch tun. Und Teleboy wird mit dem Angebot kaum alleine bleiben. Die Serien-Inhalte sind nicht exklusiv an Teleboy gebunden, erste Mitbewerber dürften in absehbarer Zeit nachziehen.

Interessant an «Teleboy-Serien» ist aber nicht nur, dass mit dem Einkauf eigener Inhalte ein Internetdienst plötzlich in Bereiche vorstösst, die bislang Domäne der Fernsehsender waren. Das Beispiel zeigt auch, wie sehr diese Sender für die Zuschauer an Bedeutung verloren haben. Dem Publikum dürfte es heute egal sein, ob eine Serie bei RTL oder PRO7 läuft, bloss auf den Inhalt kommt es an. Und dank Internet braucht es keine grossen Senderketten mehr, um den Inhalt schliesslich zum Publikum zu bringen.