Der musikalische Rückblick vom Greenfield 2017

Die 13. Ausgabe des Greenfield-Festivals ist Geschichte. Es war laut, blieb trocken und hatte ein alles überragendes musikalisches Highlight. Was sonst auffiel, wer besonders aufgefallen ist und was man getrost hätte ausfallen lassen, gibt es hier Punkt für Punkt.

Höhepunkt: Green Day
Keine Frage. Wenn es so etwas wie ein bestes Konzert des Greenfield-Festivals 2017 gibt, dann ist das unbestritten der Auftritt von Green Day. Die Kalifornier elektrisierten Interlaken und zeigten eindrücklich, wieso ihr Name noch immer zuoberst auf den Festival-Plakaten steht.

Tiefpunkt: Apocalyptica
Ich habe es vor mehr als 20 Jahren nicht verstanden und ich verstehe es auch heute nicht, wie man sich für ein Cello-Quartett begeistern kann, das grosse Metal-Songs nachspielt. Ich wusste ehrlich gesagt nicht einmal, dass es diese Finnen noch gibt. Dafür weiss ich jetzt noch genauer, dass dieses Konzept für mich nicht funktioniert. Daran konnte ihr lauwarmer Auftritt am Greenfield leider auch nichts ändern.

Pluspunkt: Eluveitie
Eluveitie scheinen ihre Krise überwunden zu haben. Rückkehrer und Neulinge sind im Bandgefüge angekommen. In zwei Monaten erscheint ein neues Album und am Greenfield-Festival donnerten sie ihren keltischen Folk-Metal mit voller Wucht übers Gelände.

Minuspunkt: Sum 41
Die Show der Kanadier stand im Zeichen der technischen Störung. Offenbar verursacht durch eigenes Sum 41-Equipment. Bitter aber wahr: Die Technik ist bei solchen Auftritten ein enorm wichtiger Teil des Getriebes. Und wenn da Sand drin ist, läuft die Karre nicht rund. Sorry. Ist so. Bleibt so. K.O.

Nebenpunkt: Pyro am Festival
Da war da noch diese Pyrofackel, die während des Konzerts von Green Day Fussballstadionstimmung auf das Festivalgelände brachte. Eine kleine Freude für die Akteure, ein kleiner Aufreger für den Veranstalter.

Nullpunkt: Blink 182
Blink 182 ohne Tom DeLonge sind nicht nur nicht komplett, sondern auch ziemlich energielos. Keine Ton- und auch keine Lichtanlage dieser Welt kann die fehlende Spielfreude der amerikanischen Superstar-Punks wettmachen. Punkt.

Zusatzpunkt: Du und sie und er und ihr
Was wäre ein Festival ohne Fans? Ein Hochseekatamaran ohne Wind! Daher geht dieser Zusatzpunkt mit Ausrufezeichen an die Greenfieldbesucher, die ihre Bands getragen, unterstützt und bejubelt haben. Denn keine Band dieser Erde kann eine gute Show abliefern, ohne Empfänger zu haben. Und die Besucher am Greenfield waren gute Empfänger, tolle Fans und exzellente Partymacher.