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Musik Eurosonic 2014: Diese Bands taugen was

Das Eurosonic Festival im holländischen Groningen ist eine der wichtigsten Adressen für neue Musik in Europa. Programmmacher von Clubs und Festivals spüren dort Bands für ihre Lineups auf; SRF 3-Mann Dominique Marcel Iten war vor Ort und sagt Euch, welche Bands ihn live überzeugt haben.

Die heimischen Kensington lockten das Publikum in Massen an.
Legende: Die niederländischen Kensington lockten das Publikum in Massen an. eurosonic-noorderslag.nl

Highlights für die Massen

Diese Bands haben gezeigt, dass sie bereit sind für die ganz grossen Bühnen der Welt.

Kensington, Link öffnet in einem neuen Fenster

Das Publikum strömte zur grossen Festivalbühne, denn Kensington haben in Holland bereits die Charts gestürmt. Die Band spielt gut, singt mehrstimmig hervorragend und hat gleich ein halbes Dutzend potentieller Hits im Sack, die sehr klar auf die grossen Stadien abzielen. Für meinen Geschmack etwas zu stark radiolastiges Songwriting, aber bei Songs wie «Home Again» verzeiht man das gerne.

Bongo Botrako, Link öffnet in einem neuen Fenster , Link öffnet in einem neuen Fenster

In Spanien sind sie bereits Superstars und dürften über kurz oder lang auch die hiesige Festivallandschaft stürmen. Und auch wenn der Sound doch oft an Manu Chao erinnert und für mich seit den frühen 2000er etwas vorbei ist, muss ich zugeben, dass die Band im strömenden Regen auf dem Hauptplatz für grossartige Stimmung sorgte.

Kadebostany, Link öffnet in einem neuen Fenster

Die grosse Überraschung schon bevor die Band nur einen Ton gespielt hatte: der Saal war rappelvoll. Und was Kadebostany zeigten, war eine Live-Show allererster Güte. Das war mitreissend, perfekt inszeniert und ich habe nur wenige Konzerte mit solch euphorischem Applaus gesehen wie jenes der Genfer. Sie sind bereit für die ganz grossen Bühnen.

Highlights für Indie-Fans

Diese Acts haben mich live begeistert und sind ganz heisse Tipps. Vielleicht nicht für die grossen Massen, aber sicher für grosse Konzertabende in kleinen bis mittelgrossen Clubs.

Sumie, Link öffnet in einem neuen Fenster

Was kommt heraus, wenn eine Mutter für sich an der Gitarre Songs schreibt, und dabei ihre Kinder nicht wecken will? Ein wunderschöner Mix zwischen swedischem Singer/Songwriter Pop und japanischer Folklore. Intim, zerbrechlich, berührend.

The Limiñanas, Link öffnet in einem neuen Fenster

Ein Ehepaar das zu zweit 60s inspirierten Garagerock spielt. Klingt vertraut? Gut möglich, doch im Gegensatz zu The White Stripes kann Marie richtig gut Schlagzeug spielen und ihre Songs orientieren sich mehr an den Soundtracks von Ennio Morricone, versetzt mit französischen Texten. Und was für eine Energie diese Band live besitzt!

East India Youth, Link öffnet in einem neuen Fenster

Schwer zu sagen, wo man diesen 22-jährigen William Boyle genau einordnen soll. Der junge Engländer denkt mit seiner elektronischen Musik weit über Genre-Grenzen hinaus und ist auch eine der Entdeckungen von Sounds!-Macher Urs Musfeld.

De Staat, Link öffnet in einem neuen Fenster

Es fällt mir schwer zu sagen, ob ich diese Band jetzt so richtig gut oder so richtig beschissen finden soll (excuse my french). Unterhaltsam ist sie allemal, schräg sowieso und Feuer unter dem Hintern haben die Holländer auch noch. Bei dieser Band geht alles. Das kann verwirren - oder ungeheuer viel Spass machen.

NONONO, Link öffnet in einem neuen Fenster

Die Band, die ich unbedingt sehen wollte, aber leider nicht konnte, da gleichzeitig ein Schweizer Act spielte. Doch glücklicherweise waren Urs Musfeld und Virus-Mann Danilo Bavier (hier übrigens sein sehenswertes Groningen-Tagebuch), Link öffnet in einem neuen Fenster an der Show - und können diese nur wärmstens empfehlen.

Abwarten

Bei diesen Bands sehe ich musikalisch oder live viel Potential - sie sind aber noch nicht da, wo sie sein könnten. Das gewisse Etwas fehlt noch.

M O N E Y, Link öffnet in einem neuen Fenster

Sphärische Klanglandschaften, wunderschöne Harmonien und ein fantastischer Live-Sänger. Leider waren sie am Eurosonic etwas neben der Spur und der Sänger hat eine arrogante Art, welche weniger Charmant als vielmehr befremdlich wirkt. Wenn die Band noch kompakter und empathischer wird, lohnt es sich auf jeden Fall, diesen Prog-Dream-Pop zu erkunden.

Kate Boy, Link öffnet in einem neuen Fenster

Tolle Show, tolle Sängerin und tolle Songs. Was fehlt, ist die Abwechslung, da die Songs auf Dauer doch etwas eintönig wirken. Visuell und showmässig ist die Band top. Man darf gespannt sein, was die Schweden auf ihrem Debütalbum zeigen werden.

Circa Waves, Link öffnet in einem neuen Fenster

Was habe ich mich auf diese Band gefreut. «Get Away» ist ein regelrechter Indie-Dancefloor-Füller. Nur tat sich die Band schwer, ihre schmissigen Songs kompakt auf die Bühne zu bringen. Englisch schludrige Nonchalance mag zwar den Libertines oder Babyshambels stehen - bei solchem Powerpop aber ist sie leider fehl am Platz.

OWLEE, Link öffnet in einem neuen Fenster

Tolle Band, mässige Sängerin. Das Herzstück des Sounds verschwindet live in unspektakulärem Einheitsbrei ohne grosse Höhepunkte und Charisma. Schade, denn ihre beiden Begleitmusiker feuern eine Armada an tollen Beats ab!

Die Top 5 von SRF Virus

Hier findet ihr die Favoriten von Danilo Bavier.