Ist Lemmy keine 20'000 Dollar wert?

Eine Lemmy-Kilmister-Statue in der Lieblingsbar des verstorbenen Motörhead-Kopfs: Dafür werden via Crowdfunding 20'000 Dollar gesucht. Die Aktion kommt zwar an, doch die Spendenbereitschaft der Fans hält sich in Grenzen.

Lemmy Kilmister vor der Rainbow Bar in West Hollywood Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lemmy Kilmister vor der Rainbow Bar in West Hollywood Metalsucks

Zusatzinhalt überspringen

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

Initiiert hat die Crowdfunding-Aktion Trash-Metal-Sänger, Motörhead-Fan und Lemmy-Freund Katon de Pena. Auf der Crowdfunding-Page youcaring.com versucht er, 20'000 Dollar zu sammeln, um Lemmy in seiner Stammkneipe in Hollywood ein Denkmal aus Bronze zu setzen. Die Aktion läuft seit Anfang Januar mit mässigem Erfolg: In gut 3 Wochen wurden nur 12'000 Dollar gespendet.

Liken und teilen: Ja. Spenden: Eher nein.

Den Link zur Spendenaktion haben auf der offiziellen Facebook-Seite von Motörhead knapp 24'000 Personen mit «gefällt mir» markiert. Knapp 1500 mal wurde dieser Link geteilt.

Das heisst dann wohl etwa so viel wie «Hey. Das ist eine coole Aktion. Spende doch ein paar Dollar für eine Lemmy-Statue». Und es heisst auch «Nein. Ich spende nicht. Ich finde nur die Aktion gut».

Ist das erstaunlich?

Ja und nein. Erstaunlich ist sicher, dass wir es hier nicht mit einem Selbstläufer zu tun haben. 20'000 Dollar verteilt auf den Motörhead-Fankreis ist eine ziemlich bescheidene, wenn nicht sogar lächerliche Summe.

Nicht erstaunlich ist hingegen, dass sich wohl viele denken, wieso da nicht einer von Lemmys Freunden und Fans aus dem High-Level Rockstarzirkel kurz mit dem Kopf nickt und die paar Kröten springen lässt. Da wäre z.B. ein Dave Grohl oder die Metallica-Buben, die das locker übernehmen könnten.

Vielleicht ist das aber gar nicht die Idee, und Katon de Pena möchte wirklich ein Denkmal von den Fans für die Fans. Dieser Plan allerdings harzt ein wenig. Und das kann ich gut verstehen. Gehört das Wort «Crowdfunding» doch seit einiger Zeit zu den streitbareren Nebengeräuschen der gegenwärtigen Musikszene.

Scheissegal!

Dazu kommt, dass mit Sicherheit viele Motörhead-Fans wissen, wie scheissegal das Lemmy gewesen wäre. Hätte man ihn zu Lebzeiten gefragt, ob er sich über eine Statue zu Ehren seiner Person und seines Schaffens freuen würde, wären ihm wohl zwei Worte über die Lippen gekommen: FUCK IT!