Spezielle Chemie: Diese Duos präg(t)en die Musikwelt

Der kongenialen Partnerschaft von Dieter Meier und Boris Blank verdankt die Popwelt viele Sternstunden und aktuell das neue Album «Toy». Und Yello sind nicht das einzige Duo in der Popgeschichte, das seine ganz eigene Chemie entwickelte.

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Autor: Dominic Dillier

Porträt von Dominic Dillier

SRF

Dominic Dillier ist Moderator und Musikredaktor bei SRF 3. Er berichtet absolut subjektiv, dafür geschmackssicher über Entwicklungen und Tendenzen in der Rockwelt.

Die Rollenverteilung bei Yello ist seit bald 40 Jahren dieselbe: Soundtüftler und Klangarchitekt Boris Blank designt den charakteristischen Yello-Sound. Proto-Dandy und Universalkünstler Dieter Meier spickt ihn mit dadaistischen Luftschlössern und Wortfetzen. Ein ganz und gar unschweizerischer Musik-Cocktail, an dem sich bis heute die Kultur-Schickeria beschwipst.

«Toy», das neue Album des Zürcher Duos Yello, erscheint am Freitag, 30. September. Wir spielen das neue Album übrigens am Samstag, 1. Oktober zwischen 20 und 24 Uhr in der Sendung «CH Beats».

Diese 8 weiteren Duos präg(t)en die Musikwelt

    • 1.
      The White Stripes
      Jack und Meg White. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Jack und Meg White. Keystone

      Weltklassegitarrist trifft auf Amateurschlagzeugerin – und das Spiel endet Unentschieden! Jack White (damals noch Jack Gillis) hatte sein eigenes Sattlergeschäft, als er eines Tages Barkeeperin Meg White über den Weg lief. Bei einer gemeinsamen Session in Jacks Proberaum nahm Meg zum ersten Mal die Schlagzeugstöcke in die Hände – und erwies sich als Naturtalent. Die beiden heirateten 1996 – und erlangten mit ihrem knorzigen Gitarrensound weltweiten Ruhm. Das charmanteste Do-it-yourself Duo aller Zeiten!

    • 2.
      Daft Punk
      Unter den Helmen: Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Unter den Helmen: Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter. Keystone

      Egal, ob du den ersten Daft Punk – Song in einer miffigen Studenten-WG oder im coolen Club gehört hast, du wolltest sofort tanzen. Die beiden mysteriösen Franzosen Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter machten den Insiderbegriff «French House» fast im Alleingang zur weltweit gültigen Edelmarke. Ihre beiden ersten Alben «Homework» und «Discovery» darf man ruhig als Sensationen der Dancemusik bezeichnen. Mit dem jüngsten Werk und dessen zugehörigen Überhit «Get Lucky» bewiesen Daft Punk, dass ihnen noch immer niemand das Wasser reichen kann. Erstaunlich: Trotz ihrer Popularität haben es die beiden Helmträger erfolgreich geschafft, ihre Gesichter bis zum heutigen Tag zu verheimlichen.

    • 3.
      Outkast
      André 3000 und Big Boi. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: André 3000 und Big Boi. Keystone

      Der eine gibt gern den Klischee-Rapper mit Macho-Allüren und Pelzmantel. Der andere trägt seltsame Hüte oder monströse Perücken und ist der androgyne Exot in der harten Rapwelt. Kennen gelernt haben sich André 3000 und Big Boi auf der High School in Atlanta. Zusammen verbanden Outkast mit großer Eleganz HipHop, Soul und Rockmusik. Ihr Überhit «Hey Ya!» entwickelt auch Jahre nach seinem Erscheinen dieselbe ansteckende Magie. Trotz zeitweiliger Streitigkeiten hält das ungleiche Paar nun schon 20 Jahre zusammen.

    • 4.
      Chemical Brothers
      Tom Rowlands und Ed Simons und ihre Elektronik. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Tom Rowlands und Ed Simons und ihre Elektronik. Keystone

      Vergesst David Guetta, vergesst Calvin Harris. Es waren zwei englische Supernerds aus Manchester namens Tom Rowlands und Ed Simons, welche elektronische Musik ins Stadion brachten. Der Trend, der später als BigBeat bekannt wurde, begann mit dem Debut-Album der Chemical Brothers «Exit Planet Dust» und ebnete den Weg für Acts wie Fatboy Slim oder The Prodigy via Clubs in die Charts.

    • 5.
      Ween
      Gene und Deen Ween. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Gene und Deen Ween. Getty Images

      Gene und Dean Ween bringen zwei Dinge zusammen, die selten zusammen kommen: Großartiger Pop und Humor. Diesen Wahnsinn kultivieren die beiden falschen Brüder seit vielen Jahren und schaffen dabei das Kunststück, sich mit jedem neuen Album auch gleich einen neuen Musikstil einzuverleiben. Einzige Konstante: Die Melodien klauen sie von den Beatles, von Prince nehmen sie den Groove, von Pink Floyd den Bombast. Unvergesslich ihre in mexikanischem Englisch vorgetragene Blutrache-Ballade «Buenas Tardes Amigo», dem besten Spaghetti-Western-Song aller Zeiten.

    • 6.
      Royal Blood
      Mike Kerr und Ben Thatcher von Royal Blood. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Mike Kerr und Ben Thatcher von Royal Blood. zvg

      Just im Moment als Rock-Duos zur Normalität werden, kommen mit Royal Blood zwei junge Südengländer, die diese Disziplin richtiggehend pulverisieren. Hobby-Gitarristen trauen ihren Augen nicht: Dieser Typ spielt Gitarre und Bass gleichzeitig - und singt dazu auch noch mit dem perfekten Timbre zwischen Muse und Queens of the Stone Age. Das Duo mit Sänger / Gitarrist Mike Kerr und Schlagzeuger Ben Thatcher stellt Live reihenweise gestandene Rockbands in den Schatten und verfügt schon auf ihrer ersten Platte über eine Stilsicherheit, die viele Bands erst nach Jahren entwicklen.

    • 7.
      Simon & Garfunkel
      Paul Simon und Art Garfunkel. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Paul Simon und Art Garfunkel. Keystone

      Ihre Lieder haben ein halbes Jahrhundert überdauert. Das New Yorker Duo Art Garfunkel und Paul Simon spielte sich in den 60er und 70er Jahre mit harmonischen Klängen und samtweichen Stimmen in die Herzen von Millionen. Die Harmonie war jedoch nur musikalischer Art. Ihre stillen Hymnen wurden zum Soundtrack einer Revolution der sexuellen und politischen Befreiung. Auch der jahrelange persönliche Streit der beiden wegen Geld und Ruhm ist legendär.

    • 8.
      Black Keys
      Patrick Carney und Dan Auerbach. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Patrick Carney und Dan Auerbach. Keystone

      Ein großer Schlaks mit Brille (Patrick Carney) und ein kleiner Hipsternerd (Dan Auerbach) überraschen Anfang des 21. Jahrhunderts mit einem aufregenden Mix aus Blues, Country, Soul und Rock. Wer die beiden als Abklatsch der White Stripes abtut, hat nichts verstanden. Die Black Keys stehen mit einem Bein knietief im Blues-Sumpf des Mississippi, mit dem anderen auf dem glattpolierten Mischpult des angesagtesten Produzenten HipHop-Welt: Danger Mouse. Der Ausflug in die Welt des HipHop gibt nicht nur ordentlich Bling Bling, sondern machte diese beiden knorzigen Hinterwäldler tatsächlich zu Popstars.