Engadiner Gerichte – nahrhaft und einfach köstlich!

Plain in pigna, Bizzoccals da Sent oder Uatschs: Allein die Namen dieser Engadiner Gerichte lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. «Dorfplatz»-Reporter Sämi Studer durfte sich in Sent kulinarisch verwöhnen lassen. Doch zuerst musste er kräftig den Kochlöffel schwingen.

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Sämi Studer in der «Kochschule» bei Nesa Valentin

1:14 min, vom 3.5.2017

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Das gilt auch für Sämi Studer, der sich sein Essen heute selber zubereitet. Unter der Anleitung von Nesa Valentin – sie bringt Touristen in Kursen die Engadiner Esskultur näher – kocht er ein paar für diese Region typische Gerichte. Los geht's mit einer Art Ofenrösti namens Plain in pigna.

Hände waschen, die imaginären Ärmel hochkrempeln und ein paar Küchenutensilien schnappen. Zuerst raffelt der Radiomann jede Menge Kartoffeln. Das ist anstrengend und gehört nicht unbedingt zu Sämis Lieblingsbeschäftigungen.

Denn geriebenen Kartoffeln mischt Sämi für den würzigen Geschmack noch ein paar Scheiben Landjäger und Speckwürfeli hinzu und füllt alles in eine Gratinform. Noch schnell ein paar Scheiben Butter obendrauf und ab in den Ofen! Eine Stunde später langt der Hungrige kräftig zu und verzehrt die Plain in pigna mit Hochgenuss.

Kochen mit viel Phantasie

Die Ofenrösti Plain in pigna ist nur eines von drei Gerichten, die Nesa Valentin mit ihrem Gast von der SRF Musikwelle kocht. Dazwischen spricht sie mit ihm über die Engadiner Esskultur, für deren Ursprung man weit zurückgehen muss.

Da das Tal im Winter schwer zugänglich war, waren die Bewohner mehr oder weniger Selbstversorger. Milch, Butter, Käse, Kartoffeln, Eier, Fleisch und einiges Gemüse lieferten Hof, Feld und Garten.

«Importiert wurde nichts, man arbeitete mit dem, was man hatte», meint Nesa Valentin. Sie ist beeindruckt von der grossen Phantasie, die Frauen beim Kreiieren neuer Gerichte mit regionalen Produkten an den Tag legten.

Würzige Spätzli

Doch genug geplaudert für den Moment. Jetzt heisst es für Sämi Studer Teig rühren, für die Zubereitung der Bizoccals da Sent. Jede Gemeinde habe ihr eigenes Bizoccals-Rezept, erklärt Nesa Valentin- während sie ihren Besucher anleitet.

«Kochlehrling» Studer vearbeitet derweil Mehl, Eier, Milchwasser, Speckwürfeli und Salz zu einem geschmeidigen Teig. Diesen schabt er in kleinen Stücken ins kochende Wasser. Zum Schluss werden die Spätzli noch mit Zwiebeln in der Pfanne gebraten. Bizoccals da Sent – einfach herrlich!

Süsse Omeletten

«Gibt es auch typische Engadiner Dessert», fragt Sämi Studer erwartungsvoll. «Aber natürlich», meint Nesa Valentin lachend und zählt ein paar süsse Köstlichkeiten auf:

Die Fuatscha grassa ist ein «fetter Fladen», der ebenso viel Butter wie Mehl enthält. Puglinas da Sent sind Haselnusskekse, man nennt sie auch «Hüehnerdräckli», bei Uatschs handelt es sich um Schneckenomeletten.

Für die Uatschs wird der flüssige Teig aus einem Krug in immer kleiner werdenden Kreisen in die Bratpfanne geleert. Fertig gebraten erinnert das süsse Gericht an ein Schneckenhaus. Ein solches bereitet Sämi nun zum Abschluss seines Engadiner Kochlehrgangs zu.

Wohlgenährt nach Plain in pigna, Bizzoccals da Sent oder Uatschs startet Sämi Studer zum «Dorfplatz»-Endspurt. Und Nesa Valentin macht sich bereits Gedanken, welche Engadiner Spezialitäten sie mit ihren nächsten Feriengästen zubereiten will.

Sämi Studer lernt die Engadiner Küche kennen

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