Hörspiel-Klassiker im März – «Jörg Jenatsch»

War Jörg Jenatsch (1596-1639) ein glühender Patriot? Oder doch ein ruch-, skrupel- und gewissenloser Machtlüstling? Er zählt zu den grossen Gestalten in der Schweizer Geschichte, und auch zu den heiss umstrittenen.

Das Gemälde zeigt, wie Jörg Jenatsch im Wirtshaus ermordert wird. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Laut Überlieferung wird Jörg Jenatsch 1639 in der Churer Wirtschaft das «Staubige Hüetli», von Unbekannten erschlagen. Wikimedia/Handbuch der Bündner Geschichte

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Hinweis

Der Hörspiel-Klassiker steht jeweils während eines Monats als Download zur Verfügung. Danach ist das Hörspiel nur noch über das Audio im Internet abspielbar.

Autor und Regisseur Walter Wefel nannte diese Hörspielreihe eine dramatische Chronik, gestaltet mit historischen Zeugnissen und basierend auf der Romanvorlage «Jörg Jenatsch» von Conrad Ferdinand Meyer. Der Pfarrer, Heerführer und Politiker Jenatsch hat mit seinem Wirken vor knapp vierhundert Jahren wesentlich zur Befreiung Bündens von fremden Mächten beigetragen.

Mitwirkende in der Hörspielreihe:

Rosalinde Renn (Erzählerin), Wolfgang Warncke (Chronist), Heiner Hitz (1. Stimme), Walter Hess (2. Stimme), Paul Weibel (Jörg Jenatsch), Walter Andreas Müller (Heinrich Waser), Paul Bühlmann (Schweinehändler), Lee Ruckstuhl (Eierhändlerin), Walter Baumgartner (Fischer), Elmar Brunner (Vulpius), Georg Holzner (Fausch), Wolfgang Schwarz (Herzog Rohan), Katja Kessler (Herzogin Rohan), Peter Holliger (Wertmüller), Charles Regnier (Grimani), Annemarie Duttweiler (Lukretia Planta), u.v.a., auch Laiendarsteller.

«Das Leben des Jörg Jenatsch»

Der Bündner Freiheitskämpfer Jörg Jenatsch

1876 hat der Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer den historischen Roman über den Bündner Pfarrer und Militärführer Jörg Jenatsch veröffentlicht. Die Geschichte spielt in der Zeit des Dreissigjährigen Krieges.

Gemälde mit einem Porträt von Jörg Jenatsch hinter einem ovalen Passepartout. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jörg Jenatsch auf einer Zeichnung von Heinrich Kraneck, 1832. Wikimedia/Rätisches Museum, Chur

Das damalige Graubünden stand wegen der strategisch wichtigen Alpenübergänge im Visier der europäischen Grossmächte. Frankreich, zu jener Zeit mit Venedig verbündet, war an diesem Gebiet genauso interessiert wie Spanien (Habsburg) im Verbund mit Milano. Dabei wurden nicht nur wirtschaftliche Ziele verfolgt: Der Dreissigjährige Krieg war zugleich ein Religionskrieg, in dem sich Protestanten und Katholiken gegenüber standen.

In den Bündner Wirren während des Dreissigjährigen Krieges wird Jörg Jenatsch (1596-1639) zum grossen Freiheitshelden. Zuerst vertreibt er mit Hilfe der Franzosen die Spanier aus dem Bündnerland. Später holt er sich Unterstützung bei den Spanieren, um das Veltlin von den Franzosen zu befreien. Die Spanier sichern Oberst Jenatsch schliesslich die Unabhängigkeit Bündens zu.

Jörg Jenatsch wird im Februar 1639 Opfer eines Komplotts. Laut der Überlieferung wird er in Chur in der Wirtschaft das «Staubige Hüetli» von Unbekannten erschlagen.